Lungenkrebs: Tipps bei Nebenwirkungen der Chemotherapie

Jede Chemotherapie hat einen entscheidenden Nachteil: die Nebenwirkungen. Die Zytostatika bekämpfen die Krebszellen zwar sehr effektiv, allerdings leiden auch andere Körperzellen, die sich schnell teilen, unter der Therapie. Dazu gehören beispielsweise Zellen im Knochenmark, in der Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes und Haarzellen.

Dadurch kommt es bei den meisten Patienten zu den gefürchteten Chemotherapie-Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit, Entzündungen der Mund- und Darmschleimhaut sowie Haarausfall. Während einer Chemotherapie gegen das Lungenkarzinom (Bronchialkarzinom) sind viele Patienten außerdem besonders infektanfällig, weil die für die körpereigene Abwehr zuständigen weißen Blutkörperchen ebenfalls unter der Behandlung leiden.

Kürzen Sie Ihr Haar vor Therapiebeginn

Bevor Sie eine Chemotherapie bekommen, fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie mit Haarausfall rechnen müssen – denn nicht bei allen Zytostatika fallen die Haare aus. Ist der Haarverlust bei Ihnen unvermeidlich, so versuchen Sie, sich schon vor Behandlungsbeginn mit diesem Gedanken vertraut zu machen. Bei Frauen mit längeren Haaren ist jetzt die Zeit für einen schicken Kurzhaarschnitt. So können Sie sich schon einmal an den neuen Anblick gewöhnen und auch das Aufsammeln ausgefallener Haare ist weniger mühsam.

Ihre Persönlichkeit bleibt unverändert

Bedenken Sie dabei immer: Ein kahler Schädel ist zwar ein Schock für Sie und Ihre Bekannten, aber Ihre Persönlichkeit bleibt davon unberührt – Sie bleiben auch ohne Haare ganz der oder die Alte und Ihr Haar wächst nach der Therapie ja wieder nach. Lassen Sie sich von einem drohenden Haarausfall auf keinen Fall derart abschrecken, dass Sie die hilfreiche Chemotherapie deshalb infrage stellen.

Mehr Sicherheit durch Perücke, Tücher oder Turban

Für Frauen – und auch für manchen Mann – empfiehlt es sich, eine Perücke zu kaufen. Wenn Sie nicht das passende Modell finden, kaufen Sie jene, die in Farbton und Haarschnitt Ihrem Wunsch am ehesten entspricht – Ihr Friseur kann Sie Ihnen dann in Form schneiden. Auch um den Kopf geschlungene Tücher oder in Drogeriemärkten erhältliche, fertig gebundene Turbane geben Ihnen mehr Sicherheit, wenn Sie die eigenen vier Wände verlassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Dr. med. Gerlinde Souza-Offtermatt, Ärztin, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interview mit Dr. Nikolas Schönfeld, Oberarzt der Klinik für Pneumologie der Lungenklinik Heckeshorn im Helios Klinikum Emil von Behring Berlin
  • Alexander, A. (Hrsg.) et al.: Thiemes Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2001
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
  • Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg: Krebsinformationsdienst (www.krebsinformationsdienst.de), Stand 2008
  • Gesundheitsberichterstattung des Bundes: www.gbe.de
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