Formen von Lungenkrebs: Zellart und Tumorlage sind entscheidend

Bei Verdacht auf Lungenkrebs stehen dem Arzt verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, um herauszufinden, wie groß der Tumor ist, wo genau er sitzt, ob er begrenzt wächst oder sich schon ausbreitet, ob bereits Lymphknoten befallen sind und wie am besten operiert wird. Ganz wichtig für die Therapieplanung ist es, die Tumorart zu kennen.

Lungenkarzinome können von verschiedenen Zellen ausgehen. Diese Unterteilung ist für die Therapieentscheidung von großer Bedeutung. Sie werden in zwei große Gruppen unterteilt: die Gruppe der „kleinzelligen“ und die Gruppe der „nicht-kleinzelligen“ Lungenkarzinome.
Gruppe 1: das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC)
  • Kleinzelliges Lungenkarzinom (kleinzelliges Bronchialkarzinom)
    Dieses Karzinom geht von Zellen aus, die ähnlich wie Drüsen Botenstoffe (Hormone) produzieren und in den Blutkreislauf abgeben. Diese Stoffe, die normalerweise nur in sehr geringen Mengen hergestellt werden, produzieren Krebsgewebe gelegentlich im Übermaß. Deshalb sind hormontypische Beschwerden manchmal das erste Anzeichen für diese Lungenkrebsform. Dieser Karzinomtyp macht 15 Prozent der Lungenkarzinome aus.

Gruppe 2: die „nicht-kleinzelligen“ Lungenkarzinome (NSCLC)
  • Plattenepithelkarzinom
    Das Karzinom geht von den Zellen aus, die die Bronchien auskleiden: dem Epithel. Es ist mit 30 bis 40 Prozent der häufigste Lungentumor.
  • Adenokarzinom
    Bei dieser Form gehen die Veränderungen von den schleimbildenden Drüsenzellen der Bronchien aus. Sie betrifft 25 bis 35 Prozent aller Lungenkarzinome.
  • Großzellige Lungenkarzinome
    Alle Lungenkarzinome, die nicht in die oben aufgeführten Klassen eingeordnet werden können und großzellige Anteile besitzen, werden in dieser Gruppe zusammengefasst (zirka 15 Prozent aller Lungenkarzinome).

Andere seltene bösartige Lungentumoren sind das Mesotheliom (vom Rippenfell ausgehend) und das Sarkom (vom Bindegewebe ausgehend).

Lungenkrebs wird auch nach der Lage in der Lunge unterteilt

Lungenkarzinome werden außer nach ihrem Zelltyp auch nach ihrer Lage in der Lunge unterschieden. So gibt es zentrale, das heißt in der Nähe der Lungenwurzel und der Hauptbronchien gelegene und periphere, das heißt am Rand der Lunge gelegene Lungentumore. Die meisten Lungenkarzinome haben eine zentrale Lage. Der sogenannte „Pancoast-Tumor“ nimmt eine Sonderstellung ein: Er sitzt an der Lungenspitze, durchwächst das Rippenfell und kann bis in den Schulter-Hals-Bereich vordringen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Dr. med. Gerlinde Souza-Offtermatt, Ärztin, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interview mit Dr. Nikolas Schönfeld, Oberarzt der Klinik für Pneumologie der Lungenklinik Heckeshorn im Helios Klinikum Emil von Behring Berlin
  • Alexander, A. (Hrsg.) et al.: Thiemes Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2001
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
  • Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg: Krebsinformationsdienst (www.krebsinformationsdienst.de), Stand 2008
  • Gesundheitsberichterstattung des Bundes: www.gbe.de
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