Lungenentzündung: Zahlen und Fakten

An einer Lungenentzündung (Pneumonie) erkranken jedes Jahr weltweit Millionen von Menschen. In den Industrieländern ist die Lungenentzündung die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit.

In Deutschland schätzt man allein die Zahl der Patienten, die zu Hause an einer Pneumonie erkranken, auf 800.000 jährlich. Etwa ein Drittel dieser Patienten müssen ins Krankenhaus eingewiesen werden. Das sind mehr Einweisungen als aufgrund von Herzinfarkt (132.000 Aufnahmen jährlich) und Schlaganfall (162.000 Aufnahmen jährlich).

Infizieren sich Patienten im Krankenhaus, ist die Prognose schlechter

Die Gefahr, an einer in der häuslichen Umgebung, also ambulant erworbenen Lungenentzündung zu versterben, beträgt bei Personen ohne Risikofaktoren weniger als 0,5 Prozent. Bei Vorliegen einer schweren Grunderkrankung – zum Beispiel einer Herzschwäche oder nach einem Schlaganfall – steigt das Risiko allerdings erheblich. Die Sterblichkeit liegt dann bei etwa 30 Prozent.

Eine im Krankenhaus erworbene, also nosokomiale Pneumonie geht immer mit einer erhöhten Sterblichkeit einher. Das liegt unter anderem daran, dass im Krankenhaus meistens ältere Menschen mit zusätzlich anderen schweren Erkrankungen (Multimorbidität) betroffen und Krankenhauskeime aggressiver und somit schwieriger zu behandeln sind.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Basislehrbuch Innere Medizin, H. Renz-Polster, J. Braun, Urban & Fischer, München/Jena,4. Aufl. 2011
  • Epidemiologisches Bulletin (RKI), Ausgabe Nr.2 (2010):Influenza-assoziierte sekundär bakterielle Pneumonie – Bedeutung, Mechanismus und Therapie
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