Zum Schutz vor einer Lungenentzündung hat der Körper einige Abwehrsysteme

Die Krankheitserreger, die eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen, gelangen in der Regel über die Atemwege in die Lunge. Durch das Einatmen von feinsten Tröpfchen mit infektiösen Erregern können diese bis ins Lungengewebe vordringen. Der Körper besitzt verschiedene Abwehrsysteme, die die Schädigung der Atemwege durch eingedrungene Schadstoffe verhindern sollen. Diese können durch bestimmte Einflüsse wie zunehmendes Alter, schwere Erkrankungen oder regelmäßiges Rauchen gestört werden. In diesen Fällen ist die Gefahr einer Lungenentzündung sehr viel größer.

Husten ist die erste Abwehrreaktion des Körpers

Beim Einatmen sorgt der Hustenreflex dafür, dass schädliche Teilchen wie Staub, Ruß oder Keime wieder aus dem Körper transportiert, also „abgehustet“ werden können. Das Husten ist zwar nur ein grober, aber dennoch sehr tauglicher erster Filter. Bei bestimmten Erkrankungen des Gehirns oder der Nervenbahnen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, kann dieser Reflex beeinträchtigt sein. Schleim und andere Störfaktoren können dann nicht mehr abgehustet werden. Eingedrungene Keime können sich in den Luftwegen ausbreiten.

Feine Härchen auf der Schleimhaut befördern Erreger wieder nach draußen

Ein zusätzlicher Schutz gegen Reize aus der Umwelt und vor Erkrankungen stellt die Oberfläche des gesunden Atemtraktes dar: die Schleimhaut. Sie kleidet sämtliche Teile der Atemwege (Nasenrachenraum, Luftröhre, Bronchien und Lungenbläschen) von innen aus. Ihre Besonderheiten sind die dünne Schleimschicht an ihrer Oberfläche und spezielle Zellen, die mit feinsten Härchen ausgestattet sind. Diese Härchen-Zellen können störende Teilchen durch eine peitschenartige Bewegung in Richtung des Kehlkopfes zurück nach draußen transportieren. Diesen Schutzmechanismus der Lunge nennt man mukoziliare Clearance.

Insbesondere anhaltende Entzündungen infolge chronischer Reizzustände können diese nützlichen Zellen zerstören und dadurch die lokale Keimabwehr deutlich vermindern. Zigarettenrauchen ist ein Hauptschädiger der mukoziliaren Clearance und kann so eine chronische Bronchitis auslösen.

Das Immunsystem ist ein hochspezifisches Schutzsystem

Schließlich leistet auch das Immunsystem, ein von Abwehrzellen und durch Botenstoffe gesteuertes, hochspezialisiertes Schutzsystem, im Atemtrakt wichtige Arbeit. Die sogenannte spezifische Abwehr ist mittels der Antikörperproduktion gezielt mit der Bekämpfung bestimmter Keime beschäftigt. Eine geschwächte Abwehr kommt im Rahmen von verschiedenen Allgemeinerkrankungen vor, so zum Beispiel bei Diabetes mellitus, Alkoholismus, Herzschwäche und Krebserkrankungen. Die Entstehung einer Lungenentzündung ist in diesen Fällen erheblich begünstigt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.08.2012
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Basislehrbuch Innere Medizin, H. Renz-Polster, J. Braun, Urban & Fischer, München/Jena,4. Aufl. 2011
  • Epidemiologisches Bulletin (RKI), Ausgabe Nr.2 (2010):Influenza-assoziierte sekundär bakterielle Pneumonie – Bedeutung, Mechanismus und Therapie
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