Formen der Lungenentzündung: Die Aspirationspneumonie

Bei bettlägerigen Patienten sollte immer auch an eine Sonderform der Lungenentzündung (Pneumonie) gedacht werden – die sogenannte Aspirationspneumonie (Aspiration = Eindringen von festen Stoffen oder Flüssigkeiten in die Lunge). Hierbei ist häufig unbemerktes „Einatmen“ von Nahrungsbestandteilen Auslöser der Lungenentzündung.

Durch das Eindringen von Essensresten oder Flüssigkeit in die Atemwege kann das Lungengewebe stark gereizt werden und mit einer Entzündung reagieren. Ganz besonders gefährlich ist es, wenn Erbrochenes in die Lunge gelangt, da die Nahrung dann sogar mit Salzsäure und Verdauungsenzymen versetzt wird. Die Schleimhaut des Atemtraktes wird dadurch stark angegriffen.

Besonders gefährdet für eine Aspirationspneumonie sind:

  • bettlägerige Patienten
  • Patienten mit neurologischen Erkrankungen (zum Beispiel nach einem Schlaganfall)
  • Patienten nach einer Narkose
  • Menschen, die längere Zeit gefastet haben
  • ältere Patienten, da der Hustenreflex im Alter nachlässt

Typische Zeichen für eine Aspirationspneumonie sind:

  • nächtlicher Husten
  • übermäßiger Speichelfluss
  • beim Essen Nahrungsverlust aus dem Mund
Diese Beschwerden sind insbesondere bei bettlägerigen Patienten immer als Warnsignal zu werten und machen eine rasche Abklärung der Ursache erforderlich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.03.2017
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Basislehrbuch Innere Medizin, H. Renz-Polster, J. Braun, Urban & Fischer, München/Jena,4. Aufl. 2011
  • Epidemiologisches Bulletin (RKI), Ausgabe Nr.2 (2010):Influenza-assoziierte sekundär bakterielle Pneumonie – Bedeutung, Mechanismus und Therapie
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