Lippenherpes (Herpes simplex)

Lippenherpes ist lästig und oft schmerzhaft, aber meistens harmlos. Viele leiden ihr Leben lang immer wieder unter den unschönen Bläschen. Was löst Herpes aus? Und wie kann man die Vireninfektion am besten behandeln?

Frau fasst sich an Lippe. © Thinkstock
Man unterscheidet zwei Virenspezies, die Lippenherpes auslösen können: das Herpes-simplex-Virus Typ 1 und das Herpes-simplex-Virus Typ 2. Weltweit sind etwa 75 bis 90 Prozent aller Menschen mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) infiziert. Die Infektion erfolgt meist bereits im Kindesalter. Das Herpes-simplex-Virus Typ 1 ist der häufigste Auslöser von Lippenherpes – oft auch kurz Herpes genannt.

Aber nicht in jedem Fall bricht die Krankheit aus. Herpesviren werden per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Durch kleine Verletzungen dringt das Virus in den Körper ein und wandert entlang der Nervenbahnen in die Nervenknoten, wo es ein Leben lang ruht.

Lippenherpes: Verschiedene Reize verursachen erneuten Ausbruch

Verschiedene Reize können dann Ursache eines neuen Ausbruchs der Erkrankung sein. Bei vielen Menschen tritt Lippenherpes beispielsweise dann vermehrt auf, wenn sie unter Stress stehen oder ihr Immunsystem geschwächt ist – etwa aufgrund einer Erkältung. Bis es zu einem Ausbruch der Krankheit kommt, kann es Jahre dauern – es kann aber auch nie passieren.

Symptome bei Lippenherpes sind zunächst Kribbeln, Jucken oder Spannungsgefühl, später entstehen Rötungen und schmerzhafte Bläschen. Eine frühzeitige antivirale Behandlung bei den ersten Anzeichen eines Ausbruchs lindert und verkürzt den akuten Krankheitsverlauf. Verschiedene Hausmittel gegen Lippenherpes – zum Beispiel Zahnpasta – sind dagegen nicht zu empfehlen. Zurzeit gibt es noch kein Medikament, das die Erreger entfernen kann.

Während eines Lippenherpesausbruchs ist die Hygiene besonders wichtig. Denn die Flüssigkeit in den Bläschen ist hoch infektiös. Die Bläschen sollten deshalb nicht berührt werden. Auch regelmäßiges Händewaschen mindert das Risiko, andere anzustecken. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sollten vor einer Infektion geschützt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; Redaktion vitanet.de: Caroline Hansen, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Online-Information des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand 2010)
  • A. Bopp, V. Herbst: Handbuch Medikamente, Stiftung Warentest 2002
  • Infektionskrankheiten: Verstehen, erkennen, behandeln, Norbert Suttorp (Herausgeber) et al., Thieme, 2004
  • Die gesunde Haut von Reinhard K. Achenbach, TRIAS, 1996
  • Achtung, Herpes im Anmarsch, Fragen an den Arzt, PTAheute 9/2006
  • Pharmazeutische Zeitung online: Lippenherpes: Virusinfektion mit rezidivierenden Attacken (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=25503)
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