Ursachen und Risikofaktoren für Leukämie

Über die genauen Ursachen der Leukämie (Blutkrebs) ist noch immer wenig bekannt. Bei den meisten Betroffenen kann nicht festgestellt werden, warum Sie an der Krebserkrankung leiden. Jedoch wurden inzwischen einige Risikofaktoren identifiziert, die die Wahrscheinlichkeit an Leukämie zu erkranken, erhöhen können.

Ionisierende Strahlung als Risikofaktor

Ionisierende Strahlen wie beispielsweise Röntgenstrahlen können genetische Veränderungen (Mutationen) an Zellen verursachen, die für die Blutbildung verantwortlich sind. Auf diese Weise können sie eine Leukämie auslösen. Wichtig ist dabei zu beachten: Das Risiko an Blutkrebs zu erkranken nimmt mit der Dosis und der Einstrahlzeit der Strahlung zu. Das heißt, je häufiger und je stärker ein Mensch ionisierender Strahlung ausgesetzt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es zu Veränderungen der Zellen kommt.

Chemische Stoffe und Rauchen als Risikofaktor

Auch bestimmte chemische Stoffe scheinen Veränderungen auslösen zu können, die zu einer Leukämie führen. Studien legen nahe, dass Menschen, die vermehrt mit Insektiziden (Insektenbekämpfungsmitteln), Herbiziden (Pflanzenschutzmitteln), Benzol oder anderen organischen Lösungsmitteln in Berührung kommen, ein höheres Risiko für Blutkrebs haben.

Ein weiterer Risikofaktor ist das Rauchen. Experten gehen davon aus, dass etwa zehn Prozent der Leukämieerkrankungen auf Tabakkonsum zurückzuführen sind.

Medikamente als Risikofaktor

Einige Arzneimittel beeinflussen ebenfalls das Knochenmark und die blutbildenden Zellen. Beispiele sind Zytostatika oder Immunsuppressiva. Deshalb wird davon ausgegangen, dass auch diese Medikamente Einfluss auf die Entstehung von Leukämien haben.

Erbanlagen als Risikofaktoren

Leukämie wird nicht vererbt. Das Risiko an Leukämie zu erkranken ist lediglich dann geringfügig erhöht, wenn in der Familie bereits vermehrt Krebserkrankungen aufgetreten sind. Allerdings scheinen dennoch bestimmte Veränderungen in den Erbanlagen mit Leukämie zusammenzuhängen. So erkranken beispielsweise Menschen mit dem Down-Syndrom häufiger an Blutkrebs als gesunde Menschen.

Infektionen und eine schwerwiegende Schwächung des Immunsystems als Risikofaktor

Schwächungen des Immunsystems, beispielsweise durch immunsuppressive Medikamente oder durch das HI-Virus (Immunschwäche-Virus, HIV), und auch andere Infektionen wie beispielsweise mit dem Epstein-Barr-Virus können verantwortlich sein für die Entstehung eines Lymphoms.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.06.2012
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsche Krebshilfe e.V.: Leukämie bei Erwachsenen. Antworten. Hilfen. Perspektiven (2011)
  • Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie: Akute lymphatische (ALL) und akute myeloische (AML) Leukämie im Kindesalter (2008)
  • Universitätsklinikum Heidelberg: Patienteninformation zur Chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)
  • Kompetenznetz Leukämien: www.kompetenznetz-leukaemie.de
  • Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst: Maligne Lymphome – Grundlagen: http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lymphome/ueberblick.php
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung