Therapie unterscheidet sich deutlich bei verschiedenen Leukämieformen

Welche Therapie bei Leukämie zum Einsatz kommt, ist abhängig von der Form der Leukämie. Während chronische Leukämien zum Teil nur beobachtet werden, ist bei akutem Blutkrebs eine schnell eingeleitete Behandlung mit einer Chemotherapie nötig.

Therapie der akuten myeloischen Leukämie (AML)

Die akute myeloische Leukämie muss schnell und intensiv behandelt werden. Die Therapie beginnt stationär im Krankenhaus mit einer Chemotherapie. Meist werden zwei Chemotherapiezyklen hintereinander durchgeführt. Auf diese Weise sollen die Leukämiezellen so weit verringert werden, dass sie unter dem Mikroskop nicht mehr nachgewiesen werden können und wieder eine normale Blutbildung einsetzt. Man nennt dies Remission.

Eine Remission bedeutet jedoch noch nicht die Heilung der Krebserkrankung, sondern das Nachlassen von Symptomen über eine bestimmte Zeit. Weitere Therapiemaßnahmen müssen sich anschließen, um einen Rückfall zu verhindern. Diese werden mithilfe einer genauen Diagnostik bestimmt.

Werden beispielsweise bestimmte Chromosomenveränderungen festgestellt, lässt dies darauf schließen, dass eine Chemotherapie sehr gut wirkt. Dann folgen weitere Chemotherapiezyklen, um zu einer Heilung zu gelangen. Deutet die Diagnose darauf hin, dass eine Chemotherapie nicht gut wirkt, sollten die Betroffenen – wenn möglich – mit einer Stammzelltransplantation behandelt werden.

Therapie der akuten lymphatischen Leukämie (ALL)

Auch bei der akuten lymphatischen Leukämie kommt eine Chemotherapie zum Einsatz. Die Chemotherapiezyklen erfolgen im Abstand von mehreren Wochen meist über drei Jahre. Zusätzlich kann es bei der ALL sinnvoll sein, eine Strahlentherapie durchzuführen. Bestrahlt werden Körperregionen, die durch eine Chemotherapie schlecht erreicht werden, wie etwa Gehirn oder Rückenmark. Für die weitere Therapie ist auch bei der akuten lymphatischen Leukämie eine genaue Diagnose entscheidend.

Ist bei der ALL eine Remission erreicht, kann eine Messung der sogenannten „minimalen Resterkrankung“ durchgeführt werden. Dazu wird das Knochenmark auf übrige Leukämiezellen untersucht. Je nachdem, wie viele noch zu finden sind, wird die Therapie beendet, fortgeführt oder eine Stammzell- beziehungsweise Knochenmarktransplantation nötig. Heutzutage werden in bestimmten Fällen auch spezielle Medikamente, die targeted drugs, eingesetzt. Das sind Antikörper, die speziell gegen die Leukämiezellen wirken und damit weniger Nebenwirkung aufweisen als die Zytostatika.

Therapie der chronischen myeloischen Leukämie (CML)

Zur Therapie der chronischen myeloischen Leukämie stehen bestimmte Medikamente zur Verfügung: Neben den lange bewährten Zytostatika heute auch Arzneimittel mit den Wirkstoffen Imatinib, Nilotinib oder Dasatinib. Sie wirken gezielt an Eiweißmolekülen, die bei CML verändert sind, und verhindern so das ungehemmte Wachstum der Leukämiezellen. Auch Interferone werden angewendet.

In seltenen Fällen wirkt eine Therapie mit Imatinib, Nilotinib oder Dasatinib nicht oder der Betroffene verträgt die Medikamente nicht. Dann kann eine Stammzelltransplantation die chronische myeloische Leukämie heilen.

Therapie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)

In frühen Stadien der chronischen lymphatischen Leukämie ist meist keine Behandlung nötig. Eine Therapie erfolgt erst dann, wenn bestimmte Symptome wie Schwellungen der Milz oder der Lymphknoten, Fieber, Gewichtsverlust oder ein Mangel an Blutplättchen oder roten Blutkörperchen auftreten. Dann kommen meist eine Chemotherapie oder auch Antikörper wie beispielsweise Alemtuzumab zum Einsatz. Eine Stammzelltransplantation wird nur bei bestimmten Risikopatienten durchgeführt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.06.2012
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsche Krebshilfe e.V.: Leukämie bei Erwachsenen. Antworten. Hilfen. Perspektiven (2011)
  • Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie: Akute lymphatische (ALL) und akute myeloische (AML) Leukämie im Kindesalter (2008)
  • Universitätsklinikum Heidelberg: Patienteninformation zur Chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)
  • Kompetenznetz Leukämien: www.kompetenznetz-leukaemie.de
  • Deutsches Krebsforschungszentrum: Krebsinformationsdienst: Maligne Lymphome bei Erwachsenen: http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lymphome/behandlung-uebersicht.php
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung