Leukämie (Blutkrebs)

Leukämie, umgangssprachlich auch als Blutkrebs bezeichnet, ist eigentlich keine Erkrankung des Bluts selbst, sondern des blutbildenden Systems. Dazu gehören das Knochenmark und das Lymphsystem.

Kind Chemotherapie © Thinkstock
Im blutbildenden System werden die verschiedenen Blutkörperchen, die Erythrozyten (rote Blutkörperchen), die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und die Thrombozyten (Blutplättchen) gebildet und reifen aus.

Normalerweise werden im blutbildenden System immer genau so viele neue Blutkörperchen aus Stammzellen gebildet, wie auch absterben. Bei Leukämie ist dieser Prozess jedoch gestört. Unreife weiße Blutkörperchen, sogenannte Blasten, teilen sich unkontrolliert. Sie reifen nicht aus und können ihre wichtige Funktion für das Immunsystem nicht wahrnehmen. Außerdem verdrängen die Blasten die Zellen, die für die normale Blutbildung verantwortlich sind.

Das führt dazu, dass zu wenige gesunde rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen gebildet werden. Die Betroffenen leiden unter Symptomen wie Blutarmut (Anämie), einer verminderten Blutgerinnung oder einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte.

Verschiedene Formen der Leukämie genau diagnostizieren

Je nachdem, welche Unterformen der weißen Blutkörperchen entarten und wie die Erkrankung verläuft, unterscheidet man verschiedene Formen des Blutkrebses: die chronische myeloische (CML), die chronische lymphatische (CLL), die akute myeloische (AML) und die akute lymphatische Leukämie (ALL). Bei der Diagnosestellung muss genau untersucht werden, um welche Form der Leukämie es sich handelt. Denn das ist entscheidend für die darauffolgende Therapie.

Während es bei chronischen Leukämien zum Teil ausreicht, den Betroffenen genau zu beobachten, ist bei der akuten Form der Krebserkrankung eine schnell einsetzende Chemotherapie sehr wichtig. Bei manchen Patienten ist eine Knochenmarktransplantation, auch Stammzelltransplantation genannt, nötig. Auch eine Begleittherapie, die die Symptome und Beschwerden des Patienten lindern soll, wird meist durchgeführt.

Inzwischen gute Prognose bei Leukämie

Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Prognose bei Leukämie sehr schlecht. Die meisten Patienten mit Blutkrebs starben. Das hat sich durch den stetigen medizinischen Fortschritt geändert. Heute ist die Prognose bei Leukämie weit besser. Bis zu 60 Prozent der Leukämien bei Erwachsenen können geheilt werden. Bei Kindern sind es sogar bis zu 80 Prozent.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.01.2013
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Deutsche Krebshilfe e.V.: Leukämie bei Erwachsenen. Antworten. Hilfen. Perspektiven (2011)
  • Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie: Akute lymphatische (ALL) und akute myeloische (AML) Leukämie im Kindesalter (2008)
  • Universitätsklinikum Heidelberg: Patienteninformation zur Chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)
  • Kompetenznetz Leukämien: www.kompetenznetz-leukaemie.de
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