Therapie der Leberzirrhose

Für die Leberzirrhose selbst gibt es keine Therapie. Die bereits entstandenen Schäden durch das Bindegewebe, das sich gebildet hat, können nicht rückgängig gemacht werden. Wird jedoch die Ursache für die Leberzirrhose – also die zugrundeliegende Erkrankung – ausreichend behandelt, gelingt es oft, die Bildung weiteren Bindegewebes zu hemmen.

Die Zerstörung der Leber lässt sich also aufhalten, wenn die Hepatitisinfektion, die Alkoholsucht oder andere Ursachen für die Leberzirrhose rechtzeitig beseitigt oder therapiert werden. In schweren Fällen oder wenn die Leberzirrhose schon sehr weit fortgeschritten ist, stellt eine Lebertransplantation die letzte Chance für den Patienten dar.

Änderung des Lebensstils gehört zur Therapie

Zusätzlich zur Therapie der Grunderkrankung ist es bei Leberzirrhose wichtig, alle leberschädigenden Substanzen zu meiden. Dazu gehören Alkohol und Medikamente. Arzneimittel sollten deshalb nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Menschen, die unter Alkoholsucht leiden, sollten sich unbedingt einer Therapie unterziehen.

Auch eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen ist sehr wichtig bei Leberzirrhose. Übergewichtige Menschen mit einer Fettleber sollten sich fettarm ernähren und versuchen, ihr Gewicht zu normalisieren.

Therapie der auftretenden Komplikationen

Treten bei der Leberzirrhose Komplikationen auf, müssen diese behandelt werden. Bauchwasser kann mithilfe harntreibender Medikamente, sogenannter Diuretika, aus dem Körper geschwemmt oder durch eine Punktion entfernt werden. Hat sich der Bauchraum durch das Bauchwasser bereits entzündet, kommen Antibiotika zum Einsatz.

Bei einer Enzephalopathie kommt es durch Giftstoffe (vor allem Ammoniak), die bei der Eiweißverdauung entstehen, zu Schäden im Gehirn. Bei dieser Komplikation ist es deshalb sinnvoll, weniger Eiweiß und mehr Kohlenhydrate mit der Nahrung aufzunehmen.

Bei einer Pfortader-Hypertension ist der Blutdruck in der Pfortader erhöht. Das Blut schafft sich Umgehungskreisläufe. Ist der Druck sehr hoch, überdehnen die Gefäße und es kann zu lebensgefährlichen Blutungen kommen. Dann ist es möglich, eine Kurzschlussverbindung zwischen der Pfortader und der ableitenden Lebervene zu schaffen.

Das geschieht beispielsweise über einen sogenannten transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunt (TIPS). Über eine Vene wird dabei ein Schlauch bis zur Leber vorgeführt und durch die Leber über ein Röhrchen eine Verbindung zur Pfortader hergestellt. So kann das Blut in die Hohlvene abfließen. Bei einigen Patienten wird ein TIPS kurzfristig eingesetzt, um die Zeit bis zu einer Lebertransplantation zu überbrücken. Bei anderen kann die Therapie eine Transplantation um Jahre hinauszögern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Internisten im Netz: Leberzirrhose: http://www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-eine-leberzirrhose_100.html
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