Ursachen und Risikofaktoren für Lebererkrankungen

Es gibt viele verschiedene Risikofaktoren, die die Leber schädigen können und somit Ursachen für Lebererkrankungen sind.

Schadstoffe als Ursachen

Die Leber ist ein Entgiftungsorgan, das Schadstoffe abbaut. Werden ihr jedoch mehr Gifte zugeführt, als sie verarbeiten kann, beeinträchtigt dies die Funktion der Leber und Lebererkrankungen entstehen. Beispielsweise können organische Lösungsmittel, die häufig in Farben, Spezialreinigern, Fleckenentfernungsmitteln sowie in Kunst- und Klebstoffen verwendet werden, die Leber schädigen. Auch Pestizide und Schwermetalle sind Ursachen für Lebererkrankungen.

Vorsicht auch vor schimmeligen Lebensmitteln. Bestimmte Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen sind extrem giftig und können sich auch dann noch im Nahrungsmittel befinden, wenn die betroffenen Stellen entfernt wurden. Diese Gifte schädigen die Leber. Schimmelige Lebensmittel sollten deshalb immer weggeworfen werden.

Medikamente als Ursachen

Bestimmte Medikamente werden in der Leber abgebaut. Werden diese über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann das die Leberfunktion stören. Beispielsweise können Schmerz- und Rheumapräparate, aber auch Schlaf- und Beruhigungsmedikamente zu Ursachen für Lebererkrankungen werden.

Hormonpräparate belasten die Leber

Auch Hormonpräparate – vor allem östrogenhaltige – die zur Verhütung eingesetzt werden, werden in der Leber abgebaut und können diese belasten. Bei einigen Frauen wird dann die Gallenausscheidung gestört, es kann zu Hautjucken und Gelbsucht kommen. Darüber hinaus erhöhen die Hormonpräparate die Gefahr für Blutgerinnsel (Thrombose) in den abführenden Lebervenen. In der Folge kann es zu einem Blutstau in der Leber kommen und diese stark anschwellen. Das ist sehr gefährlich und muss schnell behandelt werden.

Kontrazeptiva (die Antibabypille) dürfen deshalb bei akuten und chronischen Lebererkrankungen nicht eingenommen werden.

Alkohol – Ursache Nummer eins für Lebererkrankungen

Alkohol ist Gift für die Leber: Er kann die Leberzellen schädigen und sogar zerstören. Deshalb ist Alkohol Ursache Nummer eins für Lebererkrankungen. Zudem verbraucht der Alkoholabbau vermehrt Sauerstoff. Der Leber steht nicht mehr genug Sauerstoff für die Fettverbrennung zur Verfügung, eine Fettleber entsteht. Die Kombination aus Alkohol, fettreichem Essen und Bewegungsmangel ist daher besonders schädlich.

Die Leber ist äußerst regenerationsfähig. Jedoch kann sie die Folgen des Alkoholkonsums nur ausgleichen, solange er unregelmäßig und mäßig ist. Männer sollten nicht mehr als 20 Gramm Alkohol am Tag zu sich nehmen. Frauen riskieren schon bei mehr als 10 Gramm Alkohol täglich eine Schädigung ihrer Leber. Denn wie viel die Enzyme, die in der Leber für den Abbau von Alkohol verantwortlich sind, leisten können, hängt vom Geschlecht ab. Die Kapazität der Enzymsysteme ist darüber hinaus von den Genen abhängig. Die kritische Schwelle für die Alkoholmenge ist also nicht für alle Menschen gleich und kann auch noch niedriger liegen.

Besonders wenn die Leber bereits durch Erkrankungen vorgeschädigt ist, können bereits kleine Mengen Alkohol schädlich sein – etwa bei einer chronischen Virushepatitis.
Info
Zehn Gramm Alkohol entsprechen etwa 200 Millilitern Bier oder 100 Millilitern Wein.

Diabetes und metabolisches Syndrom als Ursachen

Auch Diabetes mellitus und das metabolische Syndrom können Ursachen für Lebererkrankungen – besonders für eine Fettleber – sein. Unter dem metabolischen Syndrom versteht man das gleichzeitige Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Insulinresistenz. Auf diese Weise hat also auch eine ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker, Fett und Eiweiß einen Einfluss auf die Entstehung von Lebererkrankungen.

Hepatitis: Meist Viren die Ursache

Eine Leberentzündung (Hepatitis) wird häufig von Viren ausgelöst – genauer von Hepatitis A-, B-, C-, D- und E-Viren. Bei einigen dieser Viren sind verunreinigte Lebensmittel und Wasser Infektionsquellen, andere werden über die Körperflüssigkeiten infizierter Menschen übertragen. Eine Virushepatitis kann akut oder chronisch verlaufen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.07.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
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