Naturheilmittel für die Leber

Die Leber ist ein sehr wichtiges Stoffwechselorgan. Ist sie angeschlagen, hat das Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Mit einigen Naturheilmitteln können Sie Ihre Leber stärken. Sie wirken positiv auf den Gallefluss, die Leberzellen und fördern ihre Regeneration.

Bitte beachten Sie:
Nicht alle pflanzlichen oder Naturheilmittel sind sanft. Gerade bei Lebererkrankungen werden häufig bestimmte Pflanzen empfohlen, die stark wirksame Inhaltsstoffe enthalten und hoch dosiert giftig sind. Deshalb ist die richtige Dosierung der Mittel entscheidend. Verwenden Sie nur Präparate aus Apotheken. Bei diesen können Sie sicher sein, dass der Wirkstoffgehalt standardisiert und auf dem Beipackzettel richtig angegeben ist. Halten Sie sich an die Dosierungsanleitung. Seien Sie auch mit Tees und Nahrungsergänzungsmitteln vorsichtig. Hier kommen immer wieder Über- und Unterdosierungen vor. Zudem sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, wenn Sie Naturheilmittel längerfristig einsetzen möchten.

Naturheilmittel mit Mariendistel gegen Lebererkrankungen

Extrakte aus Mariendistel (Carduus marianus) hemmen Entzündungen und stabilisieren Zellen. Dafür sorgt der wichtigste Inhaltsstoff der Mariendistel, das Silymarin. Das ist ein Gemisch aus verschiedenen Sauerstoffradikalfängern. Naturheilmittel mit Mariendistel können die Leber deshalb in gewissem Maße vor Giften und Alkohol schützen. Denn sie stärken die Hülle der Leberzellen, die giftigen Substanzen können nicht so leicht eindringen. Entzündliche Lebererkrankungen und Verdauungsbeschwerden können so gelindert werden. Für die Therapie akuter Vergiftungen eignen sich Mittel mit Silymarin jedoch nicht.

Die Wirkung von Silymarin konnte in Studien nachgewiesen werden. In der Apotheke sind Mariendistelpräparate als Kapseln und Dragees erhältlich. Es gibt auch Leber-Galle-Tees, die Mariendistel enthalten. Da Silymarin jedoch nur schwer wasserlöslich ist, kann sich eine Wirkung kaum entfalten.

Naturheilmittel mit Artischocke gegen Lebererkrankungen

Artischocken enthalten Vitamine, Eisen, Magnesium und vor allem viel Cynarin. Letzteres regt den Gallenfluss an und unterstützt so die Fettverdauung. Auf diese Weise lindert es Blähungen und Völlegefühl. Darüber hinaus hat Cynarin einen positiven Einfluss auf die Teilung von Leberzellen und trägt so zur Leberregeneration bei.  

Da Leberzellen mehrere Wochen benötigen, um sich neu zu bilden, sollten Naturheilmittel mit Artischocke über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Menschen mit Gallensteinen sollten cynarinhaltige Mittel nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt verwenden. Die höchste Konzentration an Cynarin befindet sich übrigens in den Blättern der Artischocke.

Naturheilmittel mit Kurkuma gegen Lebererkrankungen

Naturheilmittel, die Kurcuma longa (Gelbwurzelstock) enthalten, werden in der traditionellen indischen Medizin schon sehr lange zur Therapie von Leber-Gallenfluss-Störungen eingesetzt. Kurkumin, der Hauptwirkstoff, ist ein Antioxidans und wird oft als natürlicher gelber Farbstoff (zum Beispiel in Currypulver) verwendet. Es fördert den Gallenfluss und lindert Entzündungen in den Leberzellen.

Kurkuma ist in Apotheken als Kapseln oder Dragees erhältlich. Wie bei anderen Gewürzen auch, können empfindliche Menschen allergisch auf Kurkuma reagieren.

Naturheilmittel mit Löwenzahn gegen Lebererkrankungen

Auch Löwenzahn fördert den Gallenfluss und wirkt sich somit positiv auf die Fettverdauung aus. Die Leber wird entlastet. Zu verdanken ist diese Wirkung Taraxazin, einem Bitterstoff, der vor allem in den Wurzeln und Blättern der Pflanze vorkommt. Aufgrund seiner Wirkung ist Löwenzahn häufiger Bestandteil von Leber- und Gallentees. Die Pflanze wird jedoch auch für Naturheilmittel in Form von Pflanzensäften, Tropfen oder Dragees verwendet.

Keine Naturheilmittel mit Schöllkraut einsetzen

Häufig wird auch dazu geraten, Naturheilmittel mit Schöllkraut gegen Lebererkrankungen einzunehmen. Der in dem Kraut enthaltene Wirkstoff, das Alkaloid Chelidonin, entspannt die Magen-Darm-Muskulatur, lindert auf diese Weise Krämpfe und regt die Galleproduktion an. Zu kaufen gibt es die Pflanzenextrakte in Form von Tee, Kapseln oder Tropfen.  

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft rät jedoch davon ab, Präparate mit Schöllkraut einzunehmen. Denn die Pflanze ist in größeren Mengen sehr giftig und kann erhebliche Nebenwirkungen haben. Hoch dosiert kann sie zu toxischen Leberschäden und letztendlich zu Leberversagen führen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.07.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
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