Lebertransplantation: Operation und Nachbehandlung

Ist die Wartezeit für den Betroffenen überstanden und steht ein geeignetes Organ zur Verfügung, erfolgt so schnell wie möglich die Lebertransplantation. Nach der Operation ist eine Nachbehandlung mit Immunsuppressiva nötig.

Ablauf der Operation

Der Operateur setzt einen Hautschnitt im Bereich des Oberbauchs. Nachdem er die Gefäße durchtrennt hat, die von und zur Leber führen, entnimmt er das kranke Organ. Während die Operation schon läuft, wird die Spenderleber von einem zweiten Operationsteam präpariert. Beispielsweise entfernt es die Gallenblase, um Infektionen zu verhindern. Ist alles vorbereitet, kann das Spenderorgan eingesetzt werden. Dazu verbindet der Operateur die Lebervenen, die Leberarterie, die Pfortader und den Gallengang mit der Spenderleber. Für den Gallenabfluss kann auch eine direkte Verbindung zum Darm hergestellt werden.  

Die Spenderleber wird von der Entnahme bis zum Einsetzen beim Empfänger nicht durchblutet. Deshalb kam es bis vor einigen Jahren bei der erneuten Durchblutung zu Schäden am Organ durch schädliche Sauerstoffradikale. Heute können Medikamente das Auftreten dieser Sauerstoffradikale verhindern. 

Die Operation bei einer Lebertransplantation dauert mehrere Stunden. Danach wird der Patient in der Regel bis zu drei Tage auf der Intensivstation betreut. Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt folgt eine drei- bis vierwöchige Rehabilitationsmaßnahme in einer dafür geeigneten Klinik. Regelmäßige Kontrollen in einer Lebertransplantationsambulanz schließen sich in der Folgezeit an.

Nachbehandlung mit Immunsuppressiva

Vor einer Lebertransplantation werden die Gewebemerkmale des Spenders bestimmt und an Eurotransplant gemeldet. Dort werden sie mit den gespeicherten Gewebemerkmalen von potentiellen Empfängern verglichen. Das soll Abstoßungsreaktionen nach der Operation verhindern. Denn je mehr die Gewebemerkmale (HLA-Merkmale/Human Leucocyte Antigen) einander ähneln, desto schwächer reagiert das Immunsystem des Empfängers auf das fremde Organ.  

Dennoch müssen Lebertransplantierte nach der Operation dauerhaft Medikamente (Immunsuppressiva) einnehmen, die ihr Immunsystem unterdrücken. Diese Arzneimittel schränken die Aktivität der sogenannten T-Lymphozyten ein. Das sind spezielle weiße Blutkörperchen, die in Blutbahn und Lymphsystem vorkommen und Zellen angreifen, die sie als gefährlich einstufen. Dazu können auch die fremden Zellen der Spenderleber gehören. Auf diese Weise kann es zur Zerstörung von Leberzellen und zu einer Abstoßungsreaktion kommen.  

Die immunsuppressive Nachbehandlung erfolgt über Medikamente mit Cyclosporin A, Kortikosteroide oder Azathioprin. Direkt nach der Transplantation werden die Immunsuppressiva hoch dosiert eingenommen, später kann die Dosis reduziert werden.  

Immunsuppressiva unterdrücken aber nicht nur die Immunantwort auf die fremde Leber, sondern auch auf Krankheitserreger. Der Nachteil der Therapie ist also, dass es in der Folge vermehrt zu Infektionen kommen kann. Zudem können unter Immunsuppressiva Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, eine eingeschränkte Nierenfunktion oder Diabetes mellitus auftreten.

Spezielle Nachbehandlung bei Virushepatitis

Erfolgt eine Lebertransplantation wegen einer durch Viren ausgelösten Hepatitis (Leberentzündung), ist eine spezielle Nachbehandlung nötig. Denn das Virus befindet sich meist nicht nur in der Leber selbst, sondern auch in anderen Geweben. Es besteht deshalb die Gefahr, dass auch die transplantierte Leber wieder infiziert wird. Eine solche Reinfektion hat dramatische Folgen, die Erkrankung kann sehr schwer verlaufen und zu akutem Leberversagen der transplantierten Leber führen. Deshalb müssen die Betroffenen nach der Operation dauerhaft passiv gegen das Virus immunisiert werden und Lamivudin einnehmen, ein Virustatikum, das die Vermehrung der Viren hemmt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.07.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Informationen von Lebertransplantierte Deutschland e.V.: http://www.lebertransplantation.eu/einleitung.html
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