Lebertransplantation: Die Lebendspende

Kann keine geeignete Leber eines Toten gefunden werden, ist also eine Fremdspende nicht möglich, gibt es bei der Leber auch die Möglichkeit der Lebendspende. Dafür müssen jedoch neben körperlichen auch einige rechtliche Voraussetzungen erfüllt werden.

Um eine Lebendspende durchführen zu können, wird der potentielle Spender sehr genau untersucht. Vorerkrankungen, die eine Organspende unmöglich machen, oder das Operationsrisiko erhöhen, müssen ausgeschlossen werden. Zudem darf das Körpergewicht des Spenders nicht wesentlich unter dem des Empfängers liegen und die Blutgruppen der beiden Personen müssen übereinstimmen.

Lebendspende: strenge gesetzliche Regelungen

Neben diesen körperlichen Voraussetzungen gelten strenge gesetzliche Regelungen für die Lebendspende. Sie darf nur durchgeführt werden, wenn kein passendes Organ eines Verstorbenen zur Verfügung steht. Um Organhandel vorzubeugen, ist die Lebendspende zudem auf bestimmte Personengruppen beschränkt. Spenden dürfen nur Verwandte ersten und zweiten Grades, sowie Ehepartner, Partner in eingetragenen Lebensgemeinschaften und Menschen, die mit dem Betroffenen in besonderer Weise verbunden sind.  

Dem Spender werden bei der Lebendspende ungefähr 60 Prozent seiner Leber entnommen. Das Organ regeneriert sich jedoch wieder. Nach einigen Wochen hat es seine ursprüngliche Größe wieder erreicht.  

Die Lebendspende bedeutet für den Spender eine aufwendige und komplizierte Operation. Das Risiko für Komplikationen ist mit 0,5 bis 0,8 Prozent relativ klein. Dennoch stirbt zirka einer von 500 Spendern bei der Leberteilentnahme. Damit liegt die Sterblichkeit bei der Leberlebendspende weit höher als bei der Nierenlebendspende, bei der zirka drei von 10.000 Spendern die Operation nicht überleben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.07.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Susanne Segebrecht, Ärztin, Apothekerin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
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