Transaminasen GPT und GOT

Transaminasen sind Enzyme. Sie sind am Zellstoffwechsel und am Ab- und Umbau von Eiweißbausteinen beteiligt. Transaminasen kommen in vielen verschiedenen Organen vor, beispielsweise im Herzmuskel, in der Skelettmuskulatur, in der Niere und im Gehirn.

Die Leberzellen enthalten jedoch besonders viele Transaminasen. Sind die Zellmembranen undicht, gelangen die Transaminasen ins Blut. Zwei Transaminasen, die sogenannte Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) und die Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT), spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnostik und der Verlaufsbeurteilung von Lebererkrankungen. Während GOT auch im Herzmuskel und der Skelettmuskulatur vorkommt, ist GPT hauptsächlich in der Leber zu finden.

Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT)

Die Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) wird häufig auch als Alanin-Amino-Transferase (ALT) bezeichnet. Sie kommt vor allem im Inneren von Leberzellen vor und ist damit leberspezifisch.  

Ist der GPT-Wert erhöht, ist das ein Hinweis auf eine Lebererkrankung. Dazu gehören Leberentzündungen (Hepatitis), ein Leberschaden durch Alkohol oder Medikamente, Leberzellkrebs, eine Gallenstauung aufgrund von Lebererkrankungen und die Leberzirrhose. Auch wenn die Leber bei rheumatischen Erkrankungen, bei Lungen- und Nierenerkrankungen und bei Blutvergiftungen in Mitleidenschaft gezogen wird, können die Werte für die Glutamat-Pyruvat-Transaminase erhöht sein.

Normwerte für die Glutamat-Pyruvat-Transaminase

Zu wenig GPT im Blut hat keinen Krankheitswert. Männer sollten weniger als 41 U/l (Units pro Liter) Glutamat-Pyruvat-Transaminase im Blut aufweisen. Bei Frauen liegt der Grenzwert bei 32 U/l. Diese Werte gelten für eine Körpertemperatur von 37 Grad Celsius und sind methodenabhängig.

Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT)

Die Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT) ist auch unter dem Namen Asparat-Amino-Transferase (AST) bekannt. Sie kommt neben der Leber auch in den Nieren, dem Herz, der Muskulatur, der Bauchspeicheldrüse, der Milz, der Lunge und in den roten Blutkörperchen vor.  

Erhöhte GOT-Werte treten bei verschiedenen Lebererkrankungen wie beispielsweise Leberzirrhose, Leberzellkrebs, Leberentzündung (Hepatitis), Leberschäden durch Alkohol oder Medikamente oder einer Stauung der Gallenflüssigkeit auf. Wie die GPT-Werte, können auch die GOT-Werte erhöht sind, wenn die Leber aufgrund von anderen Erkrankungen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Da die Glutamat-Oxalacetat-Transaminase jedoch nicht so leberspezifisch ist wie die GPT, sind ihre Werte auch höher bei einem Herzinfarkt, bei einer Herzmuskelentzündung und bei Erkrankungen der Muskulatur.

Normwerte für Glutamat-Oxalacetat-Transaminase

Männer sollten weniger als 38 U/l (Units pro Liter) Glutamat-Oxalacetat-Transaminase im Blut haben. Bei Frauen sollten es weniger als 32 U/l sein. Auch diese Werte sind abhängig von der Messmethode und gelten für eine Körpertemperatur von 37 Grad Celsius. Zu wenig GOT im Blut hat keine klinische Bedeutung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.07.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Beatrix Deiss, Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Internisten im Netz: Blutbild – Erklärung Glutamat-Pyruvat-Transaminase: http://www.internisten-im-netz.de/de_glutamat-pyruvat-transaminase_1352.html
  • Internisten im Netz: Blutbild – Erklärung Glutamat-Oxalazetat-Transaminase: http://www.internisten-im-netz.de/de_glutamat-oxalazetat-transaminase_1351.html
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung