Latexallergie

Die Latexallergie tritt besonders häufig bei Menschen mit medizinischen Berufen auf: Etwa 17 Prozent aller Ärzte und Krankenschwestern reagieren allergisch auf die gummiartige Substanz. Aber Latex ist nicht nur in Praxen und Kliniken ein Problem.

Außer in Gummihandschuhen, Pflastern, Atem- und Faschingsmasken, Kinderspielzeug, Babyflaschen oder Beatmungsbeuteln ist Latex auch in Luftballons, Kondomen und Gummibändern enthalten. An der Haut wird eine Latexallergie als Kontaktekzem sichtbar. Oft kommen später aber auch allergische Reaktionen wie Fließschnupfen, Bindehautentzündung oder Asthma dazu.

Diagnosestellung sollte beim Arzt erfolgen

Beim Kontaktekzem gilt wie auch bei anderen Allergien: Die beste Vorbeugung ist, das Allergen zu meiden. Dazu sollte jedoch zunächst eine sorgfältige Diagnosestellung beim Arzt erfolgen. Dieser wird dann über das weitere Vorgehen und die sogenannte Allergenkarenz informieren. Zusätzlich können weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Haut zu schonen, wie die Verwendung von seifen- und duftstofffreien Produkten zur Körperpflege. Verzichten Sie auf aggressive Putz- und Scheuermittel sowie auf Desinfektion im Haushalt. Cremen Sie Ihre Hände mehrmals täglich mit einer hautverträglichen rückfettenden Creme ein.

Beim Arztbesuch auf Latexallergie hinweisen

Machen Sie beim Arztbesuch unbedingt darauf aufmerksam, wenn Sie unter einer schweren Latexallergie leiden. Er wird dann latexfreie Instrumente und Materialen verwenden. Haben Sie trotzdem Beschwerden in der Arztpraxis, reagieren Sie wahrscheinlich auch auf die Puderteilchen von Latexhandschuhen in der Luft.

Vorsicht Kreuzallergie

Latexallergiker leiden außerdem oft unter einer Kreuzallergie. Besonders Obstsorten wie Kiwi, Banane, Avocado und Pfirsich lösen Beschwerden aus. Schuld daran ist die ähnliche Allergenstruktur von Obst und Latex. Die Kreuzallergie macht sich meist mit Kribbeln und Kratzen im Hals bemerkbar, manchmal treten Magenbeschwerden auf. Ein ähnliches Allergen wurde außerdem in der Birkenfeige (Ficus benjamini), dem Oleander, dem Weihnachtsstern und dem Gummibaum nachgewiesen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.01.2017
  • Autor/in: Dr. med. Michaela Axt-Gadermann, Hautfachärztin und Medizinjournalistin;Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Wolfram Sterry, Ralf Paus: Checkliste Dermatologie, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2005
  • Friedrich Carl Sitzmann: Duale Reihe Pädiatrie, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2006
  • Interview mit Dr. Birgit Kessler, Fachärztin für Dermatologie im Allergiezentrum der Klinik für Dermatologie,Allergologie und Venerologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • S. Flade: Allergien natürlich behandeln, Gräfe und Unzer Verlag 2001
  • J. Ring: Angewandte Allergologie, MMV 2000
  • Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund: Latexallergie (http://www.daab.de/allergien/latexallergie/)
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