Läuse

Läuse kommen weltweit vor und breiten sich von Mensch zu Mensch bei engem Körperkontakt aus. Daher gibt es – vor allem bei Kopfläusen – immer wieder größere Ausbrüche von Läusebefall in Kindergärten und Schulen.

Läuse Junge beim Haarewaschen © Thinkstock
Ein Befall mit Läusen hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun: Wasser, Shampoo und Seife beseitigen die Läuse nicht. Läuse sind aber gegen Hitze und Kälte empfindlich und brauchen zum Überleben ständige Blutmahlzeiten.

Kopfläuse
führen zu starkem Juckreiz im Bereich der Kopfhaut und des Nackens. Bei genauerem Hinsehen kann man die an den Haaren festhaftenden Eier der Läuse (Nissen) erkennen. Die eher seltener vorkommende Kleiderlaus führt durch ihren Stich ebenfalls zu starkem Juckreiz mit Bildung von Quaddeln auf der Haut. Die Läuse und ihre Eier findet man in Nähten und Falten der Kleidung. Über ihren Kot übertragen Kleiderläuse Krankheiten wie etwa das bakterielle Fleckfieber. Filzläuse befallen schweißdrüsenreiche behaarte Regionen wie Achselhöhlen, Schambereich und Brust. Auch sie verursachen starken Juckreiz.

Meldepflicht für Schulen und Kindergärten

Weil sich Kopfläuse unter Menschen mit engem Kontakt sehr schnell verbreiten, müssen bei einem Kopflausbefall immer auch alle Kontaktpersonen untersucht werden. Für Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa Schulen und Kindergärten besteht Meldepflicht.

Es gibt verschiedene Wirkstoffe gegen Kopfläuse, zum Beispiel Allethrin, Permethrin, Pyrethrum oder den Wirkstoff Dimeticon. Dimeticon ist ein Silikonöl, das die Atemöffnungen von Läusen und Nissen verstopfen soll. Im Gegensatz zu den anderen Mitteln wirkt es nicht insektizid und ist deshalb wesentlich nebenwirkungsärmer. Auch andere ölhaltige Medizin-Präparate, wie etwa Kokosöl-Mittel, sind laut Robert Koch Institut eine ungiftige und wirksame Behandlungsalternative. Lindanhaltige Läusemittel sind in Deutschland seit 2008 nicht mehr zugelassen.

Beachten Sie bei allen Mitteln unbedingt die Anwendungshinweise. Läuse sind hartnäckig – man wird sie nur durch die richtige Anwendung der Präparate los. Zudem belasten die insektizid wirkenden Mittel bei falscher Verwendung den Organismus zusätzlich. In Schwangerschaft und Stillzeit dürfen einige Präparate nicht angewandt werden. Bei der Therapie von Säuglingen und Kleinkindern ist ebenfalls besondere Vorsicht geboten. Lange Haare brauchen für die Behandlung heute nicht mehr abgeschnitten werden, allerdings erleichtert ein kurzer Haarschnitt die Anwendungen.

Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt folgendes Therapie-Schema bei Kopfläuse-Befall:

Läuse Parasit © iStockDie Haare werden nach dem Waschen mit einem speziellen Läusekamm ausgekämmt.
Tag 1 und Tag 10: Haare mit Läuseshampoo waschen, danach mit Haarpflegespülung behandeln und mit einem Läusekamm nass auskämmen

Tag 5, 13 und 17:
Haare nach dem Waschen mit Haarpflegespülung behandeln, anschließend mit einem Läusekamm nass auskämmen
Kämme, Haarbürsten, Haargummis etc. in heißer Seifenlösung reinigen 

Wäsche
 wechseln, auch Jacken und Mäntel 

Mützen
, Schals, Fahrradhelm, Kuscheltiere, Kissen und ähnliches für drei Tage in geschlossener Plastiktüte aufbewahren.

Filzläuse werden ähnlich wie Kopfläuse behandelt. Bei Infektionen mit Kleiderläusen müssen Kleidungsstücke und Bettwäsche bei hohen Temperaturen gewaschen oder mit Insektiziden behandelt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.03.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dagmar Stefanek-Brandl, Ärztin und Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Online-Information des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand 2010)
  • Paus, Ralf/Burgdorf, Walter/Sterry, Wolfram (2010): Checkliste Dermatologie: Venerologie, Allergologie, Phlebologie, Andrologie
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
  • Website des Robert Koch Instituts, Ratgeber Infektionskrankheiten
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