Läuferknie

Eine falsche und übermäßige Belastung des Kniegelenks kann zu einem sogenannten Läuferknie (auch ilio-tibiales Bandsyndrom (ITBS) oder Tractussyndrom) führen. Der Grund: Die an der Außenseite des Oberschenkels verlaufende Sehnenplatte reibt an den Knochen des Kniegelenks. Diese Reibung hat Entzündungen und stechende Schmerzen an der Außenseite des Gelenks und unterhalb der Kniescheibe zur Folge. Es kann sogar zu entzündlichen Veränderungen mit einer Verkürzung der Sehnenplatte kommen.

Symptome des Läuferknies

Zu Beginn schmerzt das Knie nur beim Bergauflaufen, später können die Schmerzen jedoch auch beim normalen Laufen und sogar beim Sitzen bestehen. Tritt ein Gelenkerguss auf, kommt es zu einer Schwellung und Überwärmung des Knies. Bei Bewegung ist manchmal ein Knirschen hörbar.

Besonders oft sind Radfahrer und Marathonläufer von einem Läuferknie betroffen, aber auch Basketball- und Handballspieler. Häufig verursacht der Läufer selbst durch Fehler wie falsche Schuhe, ungenügendes Aufwärmen und Dehnen oder zu harten Untergrund die entzündliche Reaktion der Sehnenplatte. Jedoch können auch angeborene Fehlstellungen wie O-Beine oder Sportarten, die eine O-Beinstellung fördern (zum Beispiel Radfahren) zu einem Läuferknie führen.

Behandlung des Läuferknies

Gegen die akuten Schmerzen kommen Kühlung sowie entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel zum Einsatz. Injektionen mit Betäubungsmitteln werden nur in schweren Fällen eingesetzt. Zur Stabilisierung des Knies hilft eine Bandage. Nach ein bis zwei Wochen, in denen das Bein konsequent geschont wird, bessern sich die Beschwerden im Normalfall wieder. Wird diese Belastungspause jedoch nicht eingehalten, besteht die Gefahr eines chronischen Knieschadens. Bei einem Läuferknie sollten Sie außerdem zwei bis drei Monate auf das Laufen verzichten.

Mit krankengymnastischen Übungen, die die Muskulatur langsam wieder aufbauen, kann der Patient beginnen, sobald er keine Schmerzen mehr hat. Dabei sollte er auf jeden Fall unter fachkundiger Anleitung trainieren, damit es zu keinen falschen Belastungen kommt. Helfen können auch spezielle Massagen, die die Muskulatur lockern, sowie lokale Wärmeanwendungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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