Behandlung der Kurzsichtigkeit durch Operation

Wenn Menschen mit Kurzsichtigkeit (Myopie) aus diversen Gründen weder Brille noch Kontaktlinsen tragen können oder wollen, kann die Brechkraft des Auges mithilfe eines operativen Eingriffs korrigiert werden (refraktive Chirurgie). Grundsätzlich gibt es hierbei zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder wird die Brechkraft der Hornhaut oder die Brechkraft der Linse verändert.

Veränderung der Brechkraft der Hornhaut

Um die Brechkraft der Hornhaut zu verringern, flacht der Operateur die Hornhaut ab. Das ist mithilfe verschiedener Verfahren möglich: zum Beispiel der Photorefraktiven Keratektomie (PRK), der Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) und der epithelialen LASIK (EPI-LASIK). Bei diesen Methoden wird mit einem Laser im Zentrum der Hornhaut Gewebe entfernt. Voraussetzung für die Eingriffe ist, dass die Kurzsichtigkeit nicht zu stark ist. Außerdem darf sich die Sehschärfe in den vergangenen Monaten nicht verändert haben.

Häufigste Augenoperation per Laser: LASIK

Die derzeit bevorzugte und am häufigsten angewendete Methode für Kurzsichtigkeit zwischen -2 und maximal -8 Dioptrien ist die LASIK, denn der Patient ist schnell wieder beschwerdefrei und das Narbenrisiko ist gering. Bei der LASIK trägt der Operateur – im Gegensatz zur PRK – das Gewebe nicht von der Oberfläche der Hornhaut ab, sondern entnimmt es aus dem Inneren der Hornhaut. Hierfür präpariert er zunächst eine oberflächliche Hornhautlamelle (Flap) und schlägt sie vorsichtig um. Dann kann er mithilfe eines sogenannten Excimer-Lasers das Gewebe abschleifen. Anschließend klappt er die Lamelle wieder zurück und verschließt damit die Hornhaut vollständig. Innerhalb weniger Tage wächst der Hornhautlappen von selbst wieder fest.

Für Patienten, bei denen eine LASIK zum Beispiel aufgrund einer zu dünnen, zu flachen oder zu steilen Hornhaut nicht möglich ist, können die PRK oder die EPI-LASIK eine Alternative sein.

Veränderung der Brechkraft der Linse

Um die Linsenbrechkraft zu verändern, kommen zwei Methoden in Betracht: Entweder kann bei der Operation eine künstliche Linse (Intraokularlinse) vor die natürliche Linse gesetzt oder die natürliche Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden (refraktiver Linsenaustausch). Die Implantation einer Intraokularlinse kommt vor allem für junge Patienten mit starker Kurzsichtigkeit infrage. Bei älteren Menschen, die sowohl stark kurzsichtig als auch altersweitsichtig sind, bietet sich dagegen ein refraktiver Linsenaustausch an.

Vor einer Augenoperation sollte jedoch immer bedacht werden: Wie bei allen chirurgischen Eingriffen bestehen auch bei diesen Methoden Operationsrisiken. Und eine Operation garantiert nicht, dass der Patient danach keine Brille mehr tragen muss. Die Kosten für die Operation müssen die Patienten – abgesehen von medizinisch begründeten Fällen – selbst tragen. Vor- und Nachteile sollten vor einem solchen Eingriff deshalb immer gut gegeneinander abgewogen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.11.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Bundesverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Augenärzte Informieren: Myopie (Kurzsichtigkeit) (http://cms.augeninfo.de/fileadmin/PDF/myopie.pdf)
  • Berufsverband der Augenärzte: Kurzsichtigkeit (Myopie) (http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/augenheilkunde/fehlsichtigkeit/kurzsichtigkeit-myopie.html)
  • Klinikum Bremen-Mitte: Kurzsichtigkeit (http://klinikum-bremen-mitte.medical-guide.net/deutsch/A/Augen/Augenerkrankungen/Kurzsichtigkeit/print.html)
  • Universitätsklinikum Erlangen: Sehen ohne Brille. Refraktivchirurgie zur Korrektur von Kurz- und Weitsichtigkeit (http://www.augenklinik.uk-erlangen.de/e1662/e1869/e756/inhalt757/Refraktivchirurgie.pdf)
  • Grehn, Franz (2012): Augenheilkunde
  • Thomas Kohnen (2011): Refraktive Chirurgie
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