Behandlung von Kurzsichtigkeit mit Brille oder Kontaktlinsen

Um bei einer Kurzsichtigkeit (Myopie) den Brechungsfehler mithilfe einer Sehhilfe auszugleichen, benötigt der Betroffene entweder eine Brille, die Gläser mit Zerstreuungslinsen enthält (Konkav- beziehungsweise Minusgläser), oder entsprechende Kontaktlinsen. Sie verlängern die Brennweite des optischen Systems und ermöglichen so eine scharfe Abbildung der Ferne.

Es ist wichtig, dass die Brille oder Kontaktlinse von einem Augenarzt und nicht vom Optiker verordnet wird. Denn er kann beurteilen, ob zusätzlich zur Kurzsichtigkeit Augenerkrankungen vorliegen oder ob eine solche Erkrankung die Ursache für die Myopie ist. Denn zusätzlich zur Bestimmung der Brechkraft hat der Augenarzt die Möglichkeit, weitere Untersuchungen durchzuführen – zum Beispiel kann er den Augeninnendruck messen und den zentralen Augenhintergrund beurteilen.

Behandlung der Kurzsichtigkeit mit Brille

Die Brille ist bis zu einer Stärke von ungefähr -8 Dioptrien das gebräuchlichste Mittel, um eine Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Sie ist jedoch auch für stärker kurzsichtige Menschen geeignet, denn heutzutage haben Optiker dank neuer Materialien die Möglichkeit, Brillengläser sehr dünn und leicht zu gestalten. Meist ist eine Brille auch bei älteren Menschen das Mittel der Wahl, da ab einem Alter von 40 Jahren zur Kurzsichtigkeit häufig noch eine Altersweitsichtigkeit hinzukommt. Dann wird eine Brille mit Mehrstärken- beziehungsweise Gleitsichtgläsern benötigt, um sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf sehen zu können.

Behandlung der Kurzsichtigkeit mit Kontaktlinsen

Kontaktlinsen schwimmen auf dem Tränenfilm des Auges. Es gibt zwei verschiedene Arten von Kontaktlinsen: harte und weiche. Harte Kontaktlinsen sind für das Auge besser als weiche, da an ihnen zum Beispiel nicht so leicht Keime haften und sie mehr Sauerstoff ans Auge lassen. Anfangs werden sie vom Träger allerdings oft als Fremdkörper empfunden.

Vorteile von Kontaktlinsen:
  • Sie sind quasi unsichtbar.
  • Sie können nicht beschlagen.
  • Sie sind praktisch beim Sport.
  • Sie schränken das Blickfeld nicht durch eine Brillenfassung ein.
  • Sie folgen dem Auge, sodass der Kontaktlinsenträger in alle Richtungen scharf sehen kann.
  • Gut für stark Kurzsichtige: Im Gegensatz zur Brille mit starken Minusgläsern verkleinern Kontaktlinsen das Bild nicht.
Nachteile von Kontaktlinsen:
  • Sie stellen einen Fremdkörper im Auge dar. Kontaktlinsen können das Auge sowohl mechanisch als auch allergisch reizen, wenn sich Ablagerungen auf ihrer Oberfläche befinden.
  • Sie beeinträchtigen den Stoffwechsel der Hornhaut, was zu dauerhaften, krankhaften Veränderungen der Hornhaut führen kann.
  • Es kann leicht zu Augeninfektionen kommen, wenn die Kontaktlinsenhygiene nicht richtig durchgeführt wird.
  • Es ist nicht möglich, Kontaktlinsen permanent zu tragen. Daher sollte jeder Kontaktlinsenträger auch eine Brille in der richtigen Stärke besitzen.
  • Bei trockener oder staubiger Luft können Kontaktlinsenträger Probleme bekommen.
  • Kontaktlinsen sind in der Regel teurer als eine Brille. Die Kosten für Kontaktlinsen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nur unter bestimmten Umständen – zum Beispiel bei einer Kurzsichtigkeit ab -8 Dioptrien.

Behandlung der Kurzsichtigkeit durch Orthokeratologie

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit mit Kontaktlinsen ist die sogenannte Orthokeratologie. Dabei trägt der Kurzsichtige nachts spezielle formstabile, hochsauerstoffdurchlässige Linsen, mit deren Hilfe sich die Hornhautform vorübergehend abflachen lässt. Unter Umständen kann die Kurzsichtigkeit so tagsüber ausgeglichen werden. Diese Therapiemöglichkeit kann vor allem für Menschen, die unter hoher Staubbelastung arbeiten, eine geeignete Alternative sein. Jedoch muss die Orthokeratologie unter strenger augenärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.11.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Bundesverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Augenärzte Informieren: Myopie (Kurzsichtigkeit) (http://cms.augeninfo.de/fileadmin/PDF/myopie.pdf)
  • Berufsverband der Augenärzte: Kurzsichtigkeit (Myopie) (http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/augenheilkunde/fehlsichtigkeit/kurzsichtigkeit-myopie.html)
  • Klinikum Bremen-Mitte: Kurzsichtigkeit (http://klinikum-bremen-mitte.medical-guide.net/deutsch/A/Augen/Augenerkrankungen/Kurzsichtigkeit/print.html)
  • Universitätsmedizin Mainz: Kurzsichtigkeit (Myopie) (http://www.unimedizin-mainz.de/kontaktlinsen/diagnosen/kurzsichtigkeit.html)
  • Grehn, Franz (2012): Augenheilkunde
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