Ursachen und Risikofaktoren für Krebs

Warum genau Krebs entsteht, ist noch immer nicht vollständig geklärt. Inzwischen konnten jedoch einige Risikofaktoren identifiziert werden, die die Wahrscheinlichkeit, an einem bösartigen Tumor zu erkranken, erhöhen.

Stoffe und Mechanismen, die Krebs verursachen können, nennt man Kanzerogene oder Karzinogene (Krebsauslöser). Kanzerogene führen zu Veränderungen in der Erbsubstanz von Zellen, sogenannten Mutationen. Diese Veränderungen veranlassen die Zelle dazu, unkontrolliert zu wachsen und zu einer Tumorzelle zu werden. Zu den Kanzerogenen gehören vor allem drei Gruppen: chemische Substanzen, Viren und energiereiche Strahlung.

Chemische Substanzen häufigster Risikofaktor für Krebs

Viele verschiedene chemische Substanzen können Krebs auslösen. Sie sind daher die größte Gruppe der Kanzerogene. Tabakrauch besteht aus über 9000 chemischen Substanzen von denen auch ein Großteil Krebsfälle auslösen kann. Experten gehen davon aus, dass er für mindestens fünf bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich ist. Besonders Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Harnblasenkrebs und Speiseröhrenkrebs werden mit dem Rauchen in Verbindung gebracht. Enorm krebserregend ist Tabakrauch in Verbindung mit Alkohol. Die meisten Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Bereich gehen auf diese Kombination aus zwei Risikofaktoren zurück.

Aber auch sehr viele andere chemische Substanzen können Krebs verursachen. Bei Stoffen wie Asbest oder Arsensäure ist das bewiesen. Andere wie etwa Ozon stehen in Verdacht, ein Risikofaktor für Krebs zu sein, es konnte jedoch noch nicht sicher nachgewiesen werden. Organische Farbstoffe und organische Lösungsmittel werden ebenso verdächtigt. Chemische Kanzerogene können auch natürlich vorkommen. Beispielsweise sind einige der krebserregendsten Substanzen die Gifte von Schimmelpilzen.

Viren und energiereiche Strahlen als Risikofaktor

Auch Viren können Kanzerogene sein. Beispielsweise können Hepatitis-Viren Leberzellkrebs auslösen. Gebärmutterhalskrebs entsteht häufig nach einer Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV).

Die dritte Gruppe der Kanzerogene sind energiereiche Strahlen. Für Hautkrebs sind häufig UV-Strahlen verantwortlich. Deshalb ist ein ausreichender Sonnenschutz sehr wichtig. Auch radioaktive Strahlen und Röntgenstrahlung sind Risikofaktoren für Krebserkrankungen. So trat nach dem atomaren Unfall in Tschernobyl beispielsweise vermehrt Schilddrüsenkrebs auf. Das nicht besonders energiereiche sichtbare Licht hingegen stellt keine Gefahr dar.

Vererbung als Risikofaktor

Krebs selbst kann nicht vererbt werden, wohl aber die Veranlagung dazu. Experten gehen davon aus, dass bei fünf bis zehn Prozent der Krebsfälle die Erbanlagen eine Rolle spielen. Vor allem die Veranlagung für bestimmte Krebsarten scheint von Eltern an ihre Kinder weitergegeben zu werden. Dazu gehören beispielsweise Brustkrebs, Eierstockkrebs und Darmkrebs.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.05.2017
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Krebsinformationsdienst
  • Deutsche Krebsgesellschaft
  • Deutsche Krebshilfe e.V.
  • Deutsche Krebshilfe: Über Krebs; https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs, Stand: 2017
  • Krebsgesellschaft.de – Onko Internetportal: Basisinformationen Krebs, Stand: 2017
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