Krampfadern: Wie Venen das Blut zum Herzen transportieren

Wie entstehen Krampfadern (Varizen)? Um die Antwort auf diese Frage zu verstehen, hilft es, sich den Transport des Bluts ins Gedächtnis zu rufen. Die Arterien transportieren das Blut vom Herz weg in alle Körperregionen, die Venen leiten das Blut wieder zum Herz zurück.

Die Pumpleistung des Herzens kommt vor allem den Arterien zugute, in die Venen gelangt nur noch ein geringer Restdruck. Gerade in den Beinvenen reicht dieser Druck nicht aus, um das Blut hinauf zum Herzen zu pressen. Es sind weitere Mechanismen notwendig:

Atmung

Während des Einatmens entsteht im Brustraum ein Unterdruck, der das venöse Blut in Richtung Herz ansaugt.

Bewegung

Auch die Muskeln fördern den Rücktransport des Blutes zum Herz: So wird das Blut in den Venen des Unterschenkels durch die wechselnde Anspannung der Muskulatur beim Laufen in Richtung Herz gepumpt, Mediziner nennen diesen Mechanismus auch Muskelpumpe. Bewegung ist also sehr wichtig für einen gesunden, reibungslosen Ablauf der Venentätigkeit.

Druck der Arterien

Die Arterien tragen ebenfalls zum Rücktransport des Venenblutes zum Herzen bei: Die Schwingungen pulsierender Arterien, die dicht neben den Venen verlaufen, übertragen sich auf die Venenwände und drücken – ähnlich wie angespannte Muskeln – die Venen zusammen. Außer der Muskelpumpe haben wir also auch noch eine Arterienpumpe.

Venenklappen

Zudem sind die Venen mit taschenförmigen Klappen ausgestattet. Die Venenklappen hemmen den Rückfluss des Blutes, wenn das Blut in einer Sogpause oder bei Gegendruck – etwa beim Anspannen der Bauchmuskulatur – absinken will.

Die Venenklappen befördern das Blut von einem Venenabschnitt zum nächsten in Richtung Herz. Es gibt in den Venen des Unterschenkels viel mehr solcher Klappen als im Oberschenkel- und Beckenraum, dicht vor dem Herzen fehlen sie dann völlig. Das ist leicht zu erklären: Je weiter die Venen vom Herzen entfernt liegen, desto mehr müssen sie gegen den Blutrückfluss und die Schwerkraft arbeiten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.03.2013
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interview mit Dr. Karin Vogt, Dermatologin und Phlebologin am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin
  • Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie, des Berufsverbandes der Phlebologen e.V. und der Arbeitsgemeinschaft der niedergelassenen Gefäßchirurgen Deutschlands e.V. (2010): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Krampfadererkrankung (http://www.phlebology.de/leitlinien-der-dgp-mainmenu/280-leitlinie-zur-diagnostik-und-therapie-der-krampfadererkrankung)
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