Ratgeber bei Krampfadern: Stellen Sie Ihr Verhalten um

Ob Ihre Venenschwäche gering ausgeprägt ist oder Sie unter schmerzhaften Stammvenenkrampfadern leiden: In jedem Fall lohnt es sich, im Alltag einige Verhaltensregeln zu beherzigen. Diese helfen grundsätzlich, die Beschwerden zu lindern. Zudem können sie verhindern, dass nach einer Krampfadern-Operation die lästigen Varizen später doch wieder auftreten.

Frau legt auf dem Sofa die Beine hoch © Thinkstock

Folgende Verhaltensgrundsätze sollten Sie beachten:

  • Laufen Sie so viel wie möglich in zügigem Tempo an der frischen Luft. Das fordert die Beinmuskeln, was den Rückfluss des Blutes aus den Venen erleichtert.
  • Legen Sie die Beine so oft wie möglich hoch. So kann das Blut leichter zum Herzen zurückfließen. Wenn Sie unter einem Schweregefühl in den Beinen leiden, legen Sie sich auf den Boden und halten Ihre Beine einige Minuten an der Wand hoch.
  • Erhöhen Sie nachts das Fußende Ihres Bettes um etwa 15 Zentimeter. Das Kopfende sollte waagerecht bleiben.
  • Wenn Sie langes Stehen und Sitzen im Beruf nicht verhindern können, bewegen Sie wenigstens so oft es geht die Füße: Wippen Sie mit den Füßen, stellen Sie sich auf die Zehenspitzen und lassen Sie die Füße kreisen. So kurbeln Sie die Durchblutung in Ihren Beinen an. Nutzen Sie jede Gelegenheit, zwischendurch ein wenig auf und ab zu gehen. Achten Sie beim Sitzen darauf, dass Ober- und Unterschenkel in etwa einen rechten Winkel bilden und Sie die Beine nicht übereinander schlagen. Nur dann kann Ihr Blut ungehindert durch Becken- und Kniekehlenvenen fließen. Blutstauungen werden so vermieden. Ein Tipp für Büroarbeiter: Suchen Sie Ihren Kollegen in benachbarten Räumen persönlich auf anstatt zu mailen oder anzurufen.
  • Tragen Sie bequeme Kleidung, das heißt nichts Einengendes. Ein enger Gürtel oder zu enge Schuhe öffnen Krampfadern Tür und Tor. Auch die Absatzhöhe kann sich negativ auf die Venenfunktion auswirken: Zu hohe Absätze – aber auch zu flache Schuhe, wie zum Beispiel Turnschuhe – verhindern die Bewegungen in den Fußgelenken und der Beinmuskulatur, die für den venösen Abfluss wichtig ist. Tragen Sie deshalb Ihre schicken High Heels auf der Party oder im Theater, aber nicht zum Einkaufen oder im Büro.
  • Gehen Sie regelmäßig zum Arzt, lassen Sie auch Ihr Herz kontrollieren. Eine normale Herzfunktion ist wichtig für den venösen Rückfluss.
  • Sorgen Sie für normalen Stuhlgang, damit durch Verstopfung und das Pressen auf Toilette nicht noch zusätzlicher Druck in den Beinvenen erzeugt wird. Das heißt: Ernähren Sie sich ballaststoffreich, trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich und bewegen Sie sich so oft wie möglich.

Wovon abzuraten ist:

  • Bürstenmassagen – sie werden bei Krampfadern zwar immer einmal wieder empfohlen, doch sie fördern Besenreiser.
  • Starke Hitzeeinwirkungen, zum Beispiel Sonnenbäder und heiße Duschen oder Vollbäder. Sauna-Besuche sind erlaubt, vorausgesetzt Sie übertreiben es nicht mit der Hitze und der Dauer und schließen jeden Gang mit einem kalten Guss ab.
  • Übergewicht: Jedes überflüssige Kilo lastet auf den Beinen und stört den venösen Blutabfluss.
  • Sitzen mit übereinander geschlagenen Beinen: Auf diese Weise werden die Blutgefäße abgeklemmt. Vermeiden Sie auch stundenlange Autofahrten: Im Sitzen werden die Kniekehlen- und Beckenvenen abgeknickt, was den Rückfluss des Blutes zum Herzen behindert. Spätestens alle zwei Stunden sollten Sie beim Autofahren eine Pause einlegen und die Beine gründlich bewegen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.03.2013
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Interview mit Dr. Karin Vogt, Dermatologin und Phlebologin am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin
  • Deutschen Gesellschaft für Phlebologie, der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie, des Berufsverbandes der Phlebologen e.V. und der Arbeitsgemeinschaft der niedergelassenen Gefäßchirurgen Deutschlands e.V. (2010): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Krampfadererkrankung (http://www.phlebology.de/leitlinien-der-dgp-mainmenu/280-leitlinie-zur-diagnostik-und-therapie-der-krampfadererkrankung)