Therapie bei Kopfschmerzen: Schmerzmittel

Zur Behandlung von gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen (Cephalgien) eignen sich rezeptfreie Schmerzmittel. Sollten diese nicht ausreichen, da die Schmerzen zu stark oder zu häufig sind, ist ein Arztbesuch notwendig, um die Ursache der Kopfschmerzen herauszufinden und eine gezielte Therapie einzuleiten. Je nachdem, welcher Kopfschmerztyp vorliegt, werden dann eventuell auch rezeptpflichtige Schmerzmittel benötigt.

Schmerzmittel mit nur einem Wirkstoff bezeichnet man als Monopräparate. Im Bereich der Selbstmedikation enthalten sie beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Alle drei Wirkstoffe lindern Kopfschmerzen und andere Schmerzen und senken Fieber. ASS und Ibuprofen wirken auch entzündungshemmend.

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure (ASS)wird bei allen leichten bis mittelschweren Kopfschmerzen sowie bei fieberhaften Erkrankungen empfohlen. Ältere Menschen können den Arzneistoff niedriger dosieren. Sie erzielen dadurch die gleiche Wirkung wie junge Erwachsene mit der vom Hersteller empfohlenen Menge. Wenden Sie ASS nicht an bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma. Bei Kindern kann die Einnahme von ASS zu schweren Komplikationen führen, wenn eine fieberhafte Erkrankung im Zusammenhang mit einem Virusinfekt vorliegt – daher ist die Anwendung erst ab einem Alter von 12 Jahren angezeigt.

Naproxen und Ibuprofen

Naproxen greift bei leichten bis mittelstarken Kopfschmerzen. Der Arzneistoff wirkt auch fiebersenkend. Die Wirkung einer Tablette mit diesem Schmerzmittel hält acht bis zwölf Stunden an. Wenden Sie Naproxen nicht an bei erhöhter Blutungsneigung, bestehenden Magen-Darm-Geschwüren, Niereninsuffizienz oder bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma.

Ibuprofen wird bei leichten bis mäßig starken Kopfschmerzen eingesetzt. Gleichzeitig wirkt Ibuprofen fiebersenkend. Ältere Menschen erzielen mit niedrigeren Dosierungen dieses Schmerzmittels die gleiche Wirkung wie junge Erwachsene mit der vom Hersteller empfohlenen Menge. Bei Magen-Darm-Erkrankungen, bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen oder bei allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma) sollte Ibuprofen nicht eingenommen werden.

Paracetamol

Das Wirkspektrum von Paracetamol reicht von leichten bis starken Kopfschmerzen. Auch bei diesem Arzneistoff gibt es eine fiebersenkende Komponente. Paracetamol wird auch von Kindern und Menschen mit empfindlichem Magen gut vertragen. Wenden Sie dieses Schmerzmittel nicht bei Kopfschmerzen nach einem Kater an. Die Kombination Alkohol und Paracetamol belastet die Leber. Beachten Sie unbedingt die Tageshöchstdosis für dieses Schmerzmittel, schon bei geringen Überschreitungen der Höchstmenge kann die Leber schwerwiegend geschädigt werden. Bei Leberfunktionsstörungen ist generell von der Einnahme abzuraten.

Kombinationspräparate bei Kopfschmerzen

Kombinationsmittel enthalten verschiedene Schmerzmittel und/oder Zusätze wie Koffein oder Vitamin C. Wenn mehrere Wirkstoffe in einer Tablette enthalten sind, werden sie niedriger dosiert als in den jeweiligen Monopräparaten. Durch das Zusammenspiel soll die Wirkung gegen die Kopfschmerzen verstärkt werden. Auch Koffein soll die Wirkung des Schmerzmittels steigern, die Idee der Kombination mit Vitamin C scheint in einem zusätzlichen Plus für die Abwehrkräfte zu bestehen.

Trinken Sie zur Einnahme von Tabletten, Kapseln oder Dragees mindestens ein Glas Wasser (0,2 Liter). Das ist wichtig, damit das Medikament nicht in der Speiseröhre hängen bleibt. Ein weiterer Grund: Viele Schmerzmittel werden dadurch besser magenverträglich und der Wirkstoff kann sich gut aus der Arzneiform lösen. So wirkt das Schmerzmittel besonders schnell.
Tipp:
Schmerzmittel können die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen. Wenn Sie regelmäßig Tabletten einnehmen, sollten Sie in Ihrer Apotheke um Rat fragen. Dort informiert man Sie über mögliche Wechselwirkungen.

Wirkstoffe

  • Acetylsalicylsäure und Paracetamol
  • Acetylsalicylsäure, Chinin und Lithiumcitrat
  • Acetylsalicylsäure, Koffein und Paracetamol
  • Coffein und Paracetamol
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.11.2014
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; Susanne Segebrecht, Ärztin und Apothekerin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
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