Hilfe bei Kopfschmerzen

Wenn Sie häufig Kopfschmerzen (Cephalgien) haben und Schmerzmittel zur Therapie anwenden, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen. Vermeintlich banale Kopfschmerzen können auch andere Ursachen haben.

Frau mit Kopfschmerzen © Thinkstock
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Sie starke Kopfschmerzen haben, ohne die Ursache zu kennen
  • die Kopfschmerzen trotz Schmerzmedikamenten nicht besser werden
  • Sie Ihre Medikamente länger als drei Tage hintereinander einsetzen
  • Sie an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel einnehmen
  • zusätzliche Beschwerden wie zum Beispiel Sehstörungen oder Schwindel auftreten
  • die Kopfschmerzen erstmals nach Einnahme eines Arzneimittels auftreten
  • nach dem 40. Lebensjahr erstmals Kopfschmerzen auftreten, die Sie bisher so nicht kannten
Ist die Diagnose sicher und die Ursache der Kopfschmerzen bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst eine Therapie beginnen. Als Hilfe bei Kopfschmerzen eignen sich beispielsweise frei in der Apotheke erhältliche Schmerzmittel, Hausmittel oder andere pflanzliche Mittel. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten. Informationen zum Medikament finden Sie im Beipackzettel eines jeden Produktes.

Vorsicht bei der Therapie mit mehreren Medikamenten

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff „Gegenanzeigen“. Manche Mittel eignen sich nur für die kurzzeitige Therapie.

Vorsicht mit Acetylsalicylsäure bei Kindern

Acetylsalicylsäure (ASS) ist bekannt dafür, schnell Hilfe bei Kopfschmerzen zu bringen. Allerdings sollte das Medikament bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen (zum Beispiel Grippe, Windpocken) nur auf ärztliche Anweisung zur Therapie verwendet werden und nur dann, wenn andere Maßnahmen nicht wirken.

Denn ASS kann im Zusammenhang mit viralen Erkrankungen das sogenannte Reye-Syndrom auslösen. Diese Erkrankung ist sehr selten, aber auch sehr gefährlich und bedarf einer sofortigen ärztlichen Behandlung. Hirn und Leber können dabei massiv geschädigt werden, in der Hälfte der Fälle ist das Reye-Syndrom tödlich. Erste Anzeichen sind lang anhaltendes Erbrechen einige Tage nach einer fieberhaften Erkrankung.

Schmerzmittel-Anwendung bei älteren Menschen und bei Nierenerkrankungen

Bei älteren Menschen werden bestimmte Medikamente langsamer abgebaut. Der Stoffwechsel arbeitet nicht mehr so schnell und auch die Nierenfunktion ist häufig eingeschränkt. Somit bleiben bestimmte Medikamente länger im Körper und wirken stärker. Daher erzielen Menschen über 60 Jahre bei einer Therapie mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure bereits mit einer geringeren Dosis die erwünschte Wirkung. Dies gilt auch für jüngere Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz).

Darüber hinaus sind ältere Menschen gefährdeter für Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt, die durch eine Therapie mit Schmerzmitteln begünstigt werden können. Auch hier ist bei der Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten besondere Vorsicht geboten.

Therapie mit Schmerzmitteln während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft sollte kein Medikament als „sicher“ angesehen werden, daher ist die Anwendung auf Situationen zu beschränken, in denen es wirklich nicht anders geht. Etliche Schmerzmittel sind für diesen Zeitraum kontraindiziert, das heißt, sie haben dafür keine Zulassung. Paracetamol dagegen kann unter strenger Risiko- und Nutzenabwägung während der gesamten Schwangerschaft zur Therapie eingesetzt werden. Für die Annahme, Paracetamol sei für die Entwicklung von Hodenhochstand, Asthma bronchiale oder ADHS mitverantwortlich, gibt es zurzeit keinerlei abgesicherte Beweise.

Ibuprofen – ein NSAR, also ein nichtsteroidales Schmerzmittel – kann bis zur 28. Schwangerschaftswoche ebenfalls nach strenger Indikationsstellung eingenommen werden. Danach kann die Einnahme zu einer Arterienverengung im Herzen des Fötus und zu Nierenschäden führen.

Acetylsalicylsäure sollte in der gesamten Schwangerschaft nicht zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.

Vorsicht mit Schmerzmedikamenten bei empfindlichem Magen

Einige Schmerzmittel-Wirkstoffe können die Magenschleimhäute reizen (zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen). Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie "magenneutrale" Wirkstoffe für die Therapie von Kopfschmerzen wählen – beispielsweise Paracetamol. Außerdem gilt: Wer bei der Tabletteneinnahme ausreichend Wasser trinkt, beugt Magenproblemen vor. Brausetabletten sind deshalb im Allgemeinen besser verträglich.

Wichtig: Arzneistoffe, die die Magenschleimhäute schädigen, können dies teilweise auch, wenn sie als Zäpfchen angewandt werden. Die Nebenwirkung entsteht nicht nur durch das Auflösen im Magen, sondern auch durch den Wirkstoff an sich – unabhängig davon, auf welchem Weg die Aufnahme in die Blutbahn erfolgt. Schmerzmittel nur kurzfristig einnehmen. Wenn Kopfschmerzmittel oft eingenommen werden, können sie ihrerseits Kopfschmerzen auslösen. Ein Teufelskreis entsteht. Die Betroffenen greifen immer häufiger zur Tablette. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander ein. Weiterhin gilt die Empfehlung: nicht öfter als zehn Tage im Monat.
Schmerzmittel nur kurzfristig einnehmen
Wenn Kopfschmerzmittel oft eingenommen werden, können sie ihrerseits Kopfschmerzen auslösen. Ein Teufelskreis entsteht. Die Betroffenen greifen immer häufiger zur Tablette. Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander ein. Weiterhin gilt die Empfehlung: nicht öfter als zehn Tage im Monat.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.11.2014
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; Susanne Segebrecht, Ärztin und Apothekerin; Markus Zens, Wissenschaftsjournalist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Embryotox: Paracetamoleinnahme in der Schwangerschaft doch riskant? (https://www.embryotox.de/aktuelles.html#c6942)
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