Kopfpilz (Tinea capitis)

Wie Füße und Nägel bei Fußpilz und Nagelpilz kann auch der Kopf von Fadenpilzen (Dermatophyten), Schimmelpilzen (Aspergillus) sowie Hefen (Candida) befallen werden.

Die häufigsten Auslöser von Kopfpilz sind bestimmte Dermatophyten, die sich in den Haarfollikeln festsetzen. Dort können sie mäßige bis starke Entzündungsreaktionen und Abszesse verursachen. Am häufigsten wird die Erkrankung in Deutschland durch den Erreger Microsporum canis hervorgerufen, der besonders bei Kontakt mit Katzen übertragen werden kann.

Bei der oberflächlichen Form des Kopfpilzes finden sich kreisförmig angeordnete haarlose Stellen, die oft mit grauen Schuppen bedeckt sind. Die tiefer reichenden Formen finden sich vor allem im Barthaar bei Männern mit schmerzhaft entzündlichen Abszessen, die oft von Krusten bedeckt sind. Lymphknoten an Kopf und Hals können durch die Entzündungsherde geschwollen sein.

Therapie

Kopfpilz sollte zügig und ausreichend lange behandelt werden: Häufig lassen die Symptome bereits einige Zeit vor Therapieende deutlich nach, doch wenn die Behandlung dann abgebrochen wird, droht sich der Pilz erneut auszubreiten. In der Regel wird ein Hautpilz lokal mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut und systemisch mit Arzneien zum Einnehmen behandelt, da die meisten Medikamente nicht von außen in den Haarfollikel eindringen können. Unterstützend zur medikamentösen Therapie helfen auch gesunde Ernährung und bestimmte Verhaltensregeln.

Je nachdem, wo und wie stark Pilzerreger Haut oder Kopfhaar befallen haben, werden verschiedene medizinische Präparate zur lokalen, äußerlichen Behandlung eingesetzt. Die Medikamente töten die Pilze ab (fungizid) oder hemmen das Pilzwachstum (fungistatisch). Häufig verordnet der behandelnde Arzt Breitbandantimykotika: Das sind Wirkstoffe, die sowohl Dermatophyten- als auch Hefepilzinfektionen bekämpfen können und zusätzlich antibakteriell wirken.

Bei einem Kopfpilz oder einer Bartflechte mit tiefen Entzündungsherden sollte zusätzlich zur lokalen Therapie auch eine innerliche, systemische Behandlung mit Antimykotika in Form von Tabletten, Saft oder Suspensionen zum Einnehmen angewandt werden. Eine systemische Hautpilztherapie kann bis zu drei Monate lang dauern.

So beugen Sie Kopfpilz vor

  • Bei Kopfpilzbefall lauern die Erreger auf kopfnahen Alltagsgegenständen – zum Beispiel an Kopfstützen von Autositzen, Plüschtieren, Handtüchern, Rasierern, Kämmen oder Bürsten. Ist ein Familienmitglied erkrankt, hilft es nur, solche Utensilien regelmäßig zu desinfizieren und nicht gemeinsam zu benutzen.
  • Ebenso sollten nach einer gerade überstandenen Pilzinfektion entsprechend der befallenen Körperstellen Wäsche gewaschen beziehungsweise desinfiziert werden. Um Pilze im Zweifelsfall sicher abzutöten, sollten Kopfkissen und Handtücher bei 95 Grad Celsius waschbar sein. Materialien aus Kunstfasern sind nicht empfehlenswert, da sie meist Wärme und Feuchtigkeit stauen und nicht so heiß gewaschen werden können.
  • Meiden Sie Kontakt zu Tieren mit kreisrunden, schuppigen Flecken am Körper. Oft stecken sich Kinder beim Streicheln von Haus- und Nutztieren an.
  • Getragene Kleider oder Mützen – zum Beispiel vom Flohmarkt – sollten Sie mit pilzabtötenden Waschsubstanzen behandeln, wenn es sich nicht um Kochwäsche handelt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Deutsches Ärzteblatt: Tinea capitis – aktuelles Erregerspektrum, mykologische Diagnostik und Therapie (http://www.aerzteblatt.de/archiv/39142/Tinea-capitis-aktuelles-Erregerspektrum-mykologische-Diagnostik-und-Therapie)
  • Dadourou, T. et al.: Goidelines for the management of tinea capitis in children (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20609140)
  • Die Online Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin: Tinea capitis (http://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/artikel?id=3953)
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