Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur)

Beim Schlüsselbein (Klavikula) handelt es sich um den Knochen, der Schulterblatt und Brustbein miteinander verbindet und den Schultergürtel stützt. Die Ursache für einen Schlüsselbeinbruch ist in den meisten Fällen ein Sturz – zum Beispiel vom Fahrrad, vom Pferd oder beim Skifahren. Meist ist der Verletzte direkt auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm gefallen, mit dem er den Aufprall abfangen wollte. Seltener verursacht ein Schlag von vorne auf die Schulter einen Bruch des Schlüsselbeins.

Symptome eines Schlüsselbeinbruchs

Als Symptome treten beim Schlüsselbeinbruch starke Schmerzen auf, die besonders bei Druck auf die Schulter spürbar werden oder wenn der Arm bewegt wird. Häufig nimmt der Verletzte eine Schonhaltung ein, bei der er den Oberarm vor den Körper legt und die Schulter nach vorne neigt. Zudem können eine Schwellung und ein Bluterguss entstehen. Kommt es durch den Zug der Muskeln zu einer Verschiebung der Bruchstücke, lässt sich eine sichtbare und tastbare Stufe im Schlüsselbein erkennen. Wird das Gelenk bewegt, können auch Reibungsgeräusche der gebrochenen Knochenstücke hörbar sein.

Behandlung eines Schlüsselbeinbruchs

Meist kann ein Schlüsselbeinbruch mithilfe eines sogenannten Rucksackverbands konservativ behandelt werden. Der Knochen ist oft bereits nach zwei bis vier Wochen ausreichend zusammengewachsen, um mit der Krankengymnastik beginnen zu können. Es besteht die Möglichkeit, dass mit dieser Behandlung langfristig eine Verdickung an der Bruchstelle zurückbleibt oder das Schlüsselbein verkürzt ist. Einschränkungen hat der Patient dadurch aber nicht zu befürchten.

Kam es durch den Bruch zu einer Verletzung der Nerven oder Blutgefäße oder einer starken Verschiebung der Knochenteile, muss operiert werden. Dabei wird der Knochen wieder in seine ursprüngliche Lage gebracht und die Bruchstücke anschließend mit einer Metallplatte, einer Schraube oder einer Drahtschlinge fixiert. Zudem versorgt der Arzt die verletzten Gefäße.

Nach der Operation muss das Schultergelenk ruhiggestellt werden

Nach der Operation muss das Schultergelenk mithilfe eines sogenannten Gilchrist-Verbands ruhiggestellt werden. Die Platten und Schrauben können nach sechs bis zwölf Monaten wieder entfernt werden. Wurde mit einer Drahtschlinge gearbeitet, kann diese bereits nach sechs Wochen wieder entnommen werden. Bei einer Operation besteht die Gefahr, dass eine wulstige Narbe oder eine Pseudoarthrose zurückbleibt, bei der die Fraktur nicht richtig heilt und weiterhin beweglich bleibt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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