KHK und Angina pectoris: Mit dem Rauchen aufhören - Herzinfarkt-Risiko halbieren

Mit dem Rauchen aufhören „ist eine der wichtigsten therapeutischen Einzelmaßnahmen bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung“, heißt es in den Leitlinien der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft. Vielleicht könnte man sogar sagen: die wichtigste Maßnahme. Schließlich kann ein Rauchstopp bei KHK-Patienten das Risiko von Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen halbieren. Bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, reduziert sich die Sterblichkeit in den Jahren nach dem Ereignis ebenfalls um die Hälfte.

Nikotinpräparate und Verhaltenstherapie

Das sind beeindruckende Zahlen. Und doch haben viele Raucher große Probleme, mit dem Rauchen aufzuhören, die wenigsten schaffen es aus eigener Kraft. Reden Sie deshalb mit Ihrem Arzt, welche Therapie für Sie geeignet ist. Es gibt bewährte Nikotinpräparate in verschieden starken Konzentrationen, die die Raucherentwöhnung erleichtern. Bewährt hat sich auch die Verhaltenstherapie.

Raucherentwöhnungskurse: Kassen übernehmen 80 Prozent der Kosten

Seit einiger Zeit werden auch immer mehr Raucherentwöhnungskurse angeboten, etwa von den Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden. In diesen Kursen lernen Sie Strategien kennen, die Ihnen zum Beispiel helfen, in schwachen Momenten einen Rückfall zu verhindern und einer starken Gewichtszunahme vorzubeugen. Die Kurse werden von einem Arzt und einer Person mit einer speziellen Ausbildung in der Raucherberatung betreut, sie finden wöchentlich über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten statt.

Ein abrupter Entzug ist das Beste

Die Kosten betragen rund 120 Euro, von denen die Krankenkassen meistens 80 Prozent übernehmen. Moderne Kurse propagieren einen sofortigen Rauchstopp. Denn eine große Studie des University College London von 2006 hat gezeigt, dass ein abruptes Beenden des Zigarettenkonsums mehr Erfolg verspricht als schrittweise vorzugehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.09.2012
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 33, 2006
  • AWMF-Leitlinie: Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der chronischen koronaren Herzerkrankung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Stand 2003
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