KHK und Angina pectoris: Leben mit der Angst

Viele Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) werden von Zweifeln und Ängsten geplagt. Sie fürchten etwa, nicht mehr so viel leisten zu können und ganz unerwartet einen Herzinfarkt zu erleiden. Diese Ängste sind Teil der Krankheit und müssen in der gesamten Therapie ebenso berücksichtigt werden wie zum Beispiel die zugrunde liegende Arteriosklerose.

Angst: Fachärzte für Psychosomatik und Psychologen helfen

Wenn Ihre Ängste sehr viel Raum einnehmen, empfiehlt sich in jedem Fall neben der kardiologischen Therapie auch eine Behandlung bei einem Facharzt für Psychosomatik, der sich mit dem Zusammenhang zwischen seelischer Verfassung und Krankheit befasst. Ärzte und Psychologen, die in der Psychosomatik arbeiten, sind mit Ängsten von Herzpatienten vertraut und nehmen Ihre Probleme ernst. Sie weichen auch existenziellen Fragen nicht aus. Zusammen mit Ihnen suchen die Experten für Psychosomatik nach passenden Bewältigungsstrategien.

Weniger Angina-pectoris Anfälle durch Entspannungstechniken

Eine Strategie gegen die Angst können Entspannungstechniken sein. Ärzte und Psychologen beobachten, dass KHK-Patienten, die häufiger Progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga praktizieren, im Alltag gelassener sind und seltener von Angina pectoris geplagt werden.

Biofeedback für Einsteiger

Auch mit der Imagination hat die Psychosomatik in der vergangenen Zeit gute Erfahrung gemacht. Bei dieser Methode stellt der Patient sich ein Bild vor – eine Landschaft oder eine Situation, an die er sich gern erinnert – und konzentriert sich auf dieses. Für Patienten, die Entspannungsmethoden skeptisch gegenüber stehen, empfiehlt sich zum Einstieg Biofeedback.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.05.2015
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 33, 2006
  • AWMF-Leitlinie: Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der chronischen koronaren Herzerkrankung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Stand 2003
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-004l_S3_KHK_2015-04.pdf)
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