Früherkennung und Vorsorge bei KHK und Angina pectoris: Nutzen Sie den Gesundheitscheck

Die koronare Herzkrankheit (KHK) und ihre Folgen wie Herzinfarkt und plötzlicher Herztod sind Todesursache Nummer Eins in Deutschland. Viele Todesfälle wären vermeidbar, wenn im Rahmen der Vorsorge die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt würde. Deshalb unser Tipp: Nutzen Sie die Früherkennungsuntersuchungen. Im Check-up 35 werden Sie gründlich auf Risikofaktoren für eine Herzkrankheit wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes untersucht.

Ändern Sie Ihren Lebensstil

Wenn Sie zur Risikogruppe gehören oder bei Ihnen bereits eine Angina pectoris (Stenokardie, Brustenge) bekannt ist, sind folgende Tipps für Sie ein Muss:
  • Schluss mit dem Rauchen
  • Ernährung auf vitaminreiche und fettarme Mischkost umstellen
  • Übergewicht abbauen
  • regelmäßige Bewegung und Sport in den Alltag einbauen
  • Blutdruck gut einstellen
  • Diabetes kontrollieren
  • alle verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen
  • bei Beschwerden sofort zum Arzt.

Wundermittel Omega-3-Fettsäuren?

Seitdem die positive Wirkung von Omega-3-Fettsäuren bekannt ist, wurden sie beinahe als Wundermittel gegen den Herzinfarkt gehandelt. Nach umfangreichen Studien hat sich die Euphorie allerdings etwas gelegt. Unbestritten bleibt, dass Omega-3-Fettsäuren den Blutdruck und die Blutfettwerte senken, die Gerinnselbildung hemmen und den Herzrhythmus stabilisieren. Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, profitieren laut Expertenmeinung von einer zusätzlichen Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren etwa in Kapselform. Nicht belegt ist hingegen die Annahme, dass die Fettsäuren Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern können. Deshalb unser Tipp: Überlegen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob der Kauf von Kapseln für Sie sinnvoll ist oder ob nicht auch der regelmäßige Verzehr von fettem Seefisch wie Makrele, Lachs und Hering ausreicht.
Früherkennung und Vorsorge
Früherkennungsuntersuchungen werden oft auch als Vorsorgeuntersuchungen bezeichnet. Streng genommen ist das falsch. Es gibt vorbeugende („vorsorgende“) medizinische Maßnahmen, die Krankheiten vermeiden sollen. Ein Beispiel ist die professionelle Zahnreinigung, die Karies vorbeugen soll. Bei einer Früherkennungsuntersuchung macht sich der behandelnde Arzt dagegen auf die Suche, ob bestimmte Krankheiten bereits im Anfangsstadium vorliegen. Beispiele sind die Darmkrebs-Früherkennung oder der allgemeiner Gesundheits-Check-up, auf den Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahralle zwei Jahre Anspruch haben.
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 33, 2006
  • AWMF-Leitlinie: Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der chronischen koronaren Herzerkrankung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Stand 2003
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