Diagnostik bei KHK und Angina pectoris: Von EKG bis Herzkatheter

Bei Patienten mit typischen Angina-pectoris-Beschwerden reichen oft schon die körperliche Untersuchung durch den Arzt, ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch und ein EKG aus, um die Diagnose koronare Herzkrankheit (KHK) zu sichern.

Oft ist aber ein Herzinfarkt das erste Anzeichen, dass die Herzkranzgefäße verengt sind. Manche Menschen sterben am plötzlichen Herzversagen, ohne vorher jemals Herzbeschwerden gehabt zu haben. Weil sich die KHK nicht bei jedem als Angina pectoris (Stenokardie, Brustenge) bemerkbar macht, ist es wichtig, die Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen. Oft lässt sich schon aus dem EKG erkennen, ob der Herzmuskel schlecht durchblutet ist.
KHK, Angina pectoris EKG-Kurve © vitapublic GmbHKHK-Diagnose: Angina pectoris im EKG

Herzkranzgefäße werden sichtbar gemacht

Wenn der Arzt nach den ersten Untersuchungen unsicher ist, ob es sich um eine KHK handelt, kann er weitere diagnostische Möglichkeiten nutzen. Generell wird jeder Patient mit Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung zum Herzspezialisten, dem Kardiologen, überwiesen. Dort stehen beispielsweise Herzultraschall, Langzeit- und Belastungs-EKG zur Verfügung, um zu einer genauen Diagnose zu gelangen. Bei einigen Patienten führt der Herzspezialist eine Koronarangiografie mit einem Herzkatheter durch. Mit dieser Methode kann der Arzt in der Regel sehr gut beurteilen, wo und wie stark ein Herzkranzgefäß verengt ist. Eine Herzkatheter-Untersuchung kommt infrage
  • bei Patienten mit ausgeprägten Beschwerden
  • bei stark gefährdeten Menschen, die viele Risikomerkmale aufweisen
  • wenn die Diagnose nicht anderweitig gesichert werden kann
  • in Vorbereitung einer Bypass-OP nach einem Herzinfarkt
KHK, Angina pectoris Koronarangiographie © www.cardiologe.deDiagnose bei KHK: die Koronarangiografie

Frauen brauchen oft andere Untersuchungen

Es gibt allerdings auch hier Ausnahmen: Sind nicht die dicken Arterienäste, sondern deren kleine Verästelungen verengt, liefert die Koronarangiografie ein normales Bild – und widerspricht damit den Beschwerden der oft weiblichen Patienten. Gerade bei Frauen finden sich Engpässe oft in den Endverzweigungen der Gefäße. Dadurch entstandene Schäden am Herzmuskel können oft nur mit einer Herzdurchblutungsmessung (Myokardszintigrafie) oder mit einer Kernspintomografie sichtbar gemacht werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.05.2015
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 33, 2006
  • AWMF-Leitlinie: Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der chronischen koronaren Herzerkrankung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Stand 2003
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-004l_S3_KHK_2015-04.pdf)
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