Koronare Herzkrankheit (KHK) und Angina pectoris

Koronare Herzkrankheit (KHK) liegt vor, wenn ein oder mehrere Herzkranzgefäße durch Ablagerungen verengt sind. Ist diese Verengung ausgeprägt, äußert sich das anfallsartig in Brustenge, Schmerzen in der Brust und Kurzatmigkeit, medizinisch als Angina pectoris bezeichnet. Die Ursache der KHK ist eine Arteriosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung). Bei Arteriosklerose lagern sich Fett und Kalk an den Gefäßinnenwänden ab, auch an den Herzkranzgefäßen. Durch die Gefäßverengung werden die Herzmuskelzellen bei Belastung nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die typischen Beschwerden einer Angina pectoris entstehen.

Die Diagnose koronare Herzkrankheit (KHK, auch Koronarsklerose genannt), wirft viele Fragen auf: Wie groß ist die Gefahr, dass ich dadurch einen Herzinfarkt erleide? Erhalte ich wirklich die richtige Therapie? Muss ich mein Leben von Grund auf ändern? Kein Arzt kann Ihre Ängste und Sorgen völlig zerstreuen. Doch eines ist sicher: Die Therapie-Chancen der KHK haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert und damit auch die Lebensqualität.
Bei Angina pectoris (Brustenge) handelt es sich um ein Beschwerdebild mit anfallsartigen, starken Schmerzen, die hinter dem Brustbein auftreten, Kurzatmigkeit und dem typischen Gefühl der Brustenge. Auslöser ist die Durchblutungsstörung oder der Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße, die durch Arteriosklerose verengt sind. Diese Verengung der Herzkranzgefäße wird medizinisch als Koronare Herzkrankheit bezeichnet. Angina pectoris ist also das Hauptsymptom der Koronaren Herzkrankheit.

Medikamente oft genauso erfolgreich wie ein Stent

Inzwischen ist es bei einer KHK möglich, Verengungen an den Herzkranzgefäßen per Herzkatheter und Ballondilatation zu weiten. Mit einem biegsamen, röhrenförmigen Implantat aus Metall, einem Stent, kann die betroffene Stelle langfristig offen gehalten werden. Auch die medikamentöse Therapie ist inzwischen ausgefeilt: Sie ist, so heißt es in den Therapieempfehlungen der European Society of Cardiology, oft ebenso erfolgreich wie ein Stent.

Ein großer Teil des Erfolgs der Therapie hängt auch von Ihnen als Patient ab: Informieren Sie sich umfassend, suchen Sie sich einen Arzt, dem Sie vertrauen und pflegen Sie einen gesunden Lebensstil. So können die Medikamente und auch ein operativer Eingriff besser wirken. Außerdem steigt Ihre Leistungsfähigkeit.

KHK und Angina pectoris: Sterblichkeit geht zurück

Herzkrankheiten sind die häufigste Diagnose in deutschen Krankenhäusern. Die meisten Patienten (zirka 260.500) kamen im Jahr 2011 wegen Angina pectoris (Stenokardie, Brustenge), die die Folge einer koronaren Herzkrankheit (KHK) ist.

Zugleich hat sich jedoch die Sterblichkeit durch KHK seit den 90er Jahren bei Männern und Frauen bis zum 85. Lebensjahr deutlich verringert. In den Industrienationen steht die koronare Herzkrankheit heute an fünfter Stelle der häufigsten Todesursachen. Herz-Kreislauf-Krankheiten insgesamt – dazu zählen auch die Herzinsuffizienz und der Schlaganfall – belegen allerdings immer noch die erste Stelle.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.09.2012
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert Koch-Institut: Koronare Herzkrankheit und akuter Myokardinfarkt, Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 33, 2006
  • Klinikleitfaden Kardiologie; Stierle, Ulrich; Hartmann, Franz ;Elsevier, 2012
  • Klinische Kardiologie: Krankheiten des Herzens, des Kreislaufs und der herznahen Gefäße; E. Erdmann; Springer, 2011
  •  Seite empfehlen
  •  Drucken
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)