Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Herzerweiterung senkt die Herzkraft
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Das Wort "dilatieren" kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie aufweiten oder erweitern. Kennzeichnend für die dilatative Kardiomyopathie ist eine Vergrößerung der Herzhöhlen. Dadurch wird die Herzwand schlaffer und kraftloser, die Pumpleistung des Herzens nimmt ab.
Ursachen der dilatativen Kardiomyopathie
Die dilatative Form ist hierzulande die häufigste Kardiomyopathieform. Männer sind öfter betroffen als Frauen, eine familiäre Häufung wird ebenfalls beobachtet. Man unterscheidet zwischen primären Formen der Kardiomyopathie, deren Ursache unbekannt ist, und sekundären Formen mit folgenden Ursachen:
- Virusinfektionen
- Alkohol und Medikamente
- koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt
- Autoimmunerkrankungen (z.B. systemischer Lupus erythematodes, Panarteriitis nodosa)
- Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen)
- Herzklappenfehler.
Symptome zeigen sich meist erst spät
Die Erkrankung kann im Anfangsstadium lange unbemerkt bleiben. Nimmt die Herzkraft deutlich ab, kommt es zu Zeichen der Herzinsuffizienz wie Atemnot bei Belastung, Schwäche, Herzrhythmusstörungen und starkem Herzklopfen. Bei Vorhofflimmern besteht die Gefahr von Embolien, die beispielsweise einen Schlaganfall verursachen können. Selten kommt es zum plötzlichen Herzversagen.
Diagnose: Echokardiographie weist den Weg
Vermutet der Arzt eine dilatative Kardiomyopathie, wird er zuerst fragen, ob andere Familienmitglieder ebenfalls eine solche Herzkrankheit haben. Um die Erkrankung und ihre Ursachen erkennen und die Herzleistung beurteilen zu können, nutzt der Arzt folgende Untersuchungen:
- die Echokardiographie
- Herzkatheterisierung
- das Röntgen
- verschiedene Laboruntersuchungen
- gegebenenfalls eine Gewebeentnahme aus dem Herzmuskel, eine Myokardbiopsie.
Alkohol- und Rauch-Stopp sind Pflicht
Die dilatative Kardiomyopathie wird behandelt wie eine Herzinsuffizienz. Wichtig sind salzarme Diät, wenig Trinken sowie strikter Alkohol- und Nikotinverzicht. Ob Sie sich körperlich schonen sollten oder eine mäßige und kontrollierte Belastung sogar hilfreich ist, entscheidet Ihr Arzt. Medikamente wie
entlasten das Herz und unterstützen seine Pumpleistung.
Spenderherzen sind hierzulande knapp
Schreitet die Krankheit immer weiter voran und helfen Medikamente nicht mehr, ist eine Herztransplantation der einzige Ausweg. Auf ein Spenderherz muss man in Deutschland allerdings lange warten. Zur Überbrückung der Wartezeit wird manchmal ein Kunstherz eingepflanzt. Sind die Herzrhythmusstörungen sehr ausgeprägt, wird ein Mini-Defibrillator eingesetzt, der im Notfall das Herz durch gezielte Stromstöße zum Weiterschlagen anregt.





