Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Herzerweiterung senkt die Herzkraft

Kardiomopathie Grafik: dilatative Kardiomyopathie © vitapublic GmbH
Das Wort „dilatieren“ kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie aufweiten oder erweitern. Kennzeichnend für die dilatative Kardiomyopathie ist eine Vergrößerung der Herzhöhlen. Dadurch wird die Herzwand schlaffer und kraftloser, die Pumpleistung des Herzens nimmt ab.

Ursachen der dilatativen Kardiomyopathie

Die dilatative Form ist hierzulande die häufigste Kardiomyopathieform. Männer sind öfter betroffen als Frauen, eine familiäre Häufung wird ebenfalls beobachtet. Man unterscheidet zwischen primären Formen der Kardiomyopathie, deren Ursache unbekannt ist, und sekundären Formen mit folgenden Ursachen:

Symptome zeigen sich meist erst spät

Die Erkrankung kann im Anfangsstadium lange unbemerkt bleiben. Nimmt die Herzkraft deutlich ab, kommt es zu Zeichen der Herzinsuffizienz wie Atemnot bei Belastung, Schwäche, Herzrhythmusstörungen und starkem Herzklopfen. Bei Vorhofflimmern besteht die Gefahr von Embolien, die beispielsweise einen Schlaganfall verursachen können. Selten kommt es zum plötzlichen Herzversagen.

Diagnose: Echokardiographie weist den Weg

Vermutet der Arzt eine dilatative Kardiomyopathie, wird er zuerst fragen, ob andere Familienmitglieder ebenfalls eine solche Herzkrankheit haben. Um die Erkrankung und ihre Ursachen erkennen und die Herzleistung beurteilen zu können, nutzt der Arzt folgende Untersuchungen:

Alkohol- und Rauchstopp sind Pflicht

Die dilatative Kardiomyopathie wird behandelt wie eine Herzinsuffizienz. Wichtig sind eine salzarme Diät, wenig Trinken sowie strikter Alkohol- und Nikotinverzicht. Ob Sie sich körperlich schonen sollten oder eine mäßige und kontrollierte Belastung sogar hilfreich ist, entscheidet Ihr Arzt. Medikamente wie entlasten das Herz und unterstützen seine Pumpleistung.

Spenderherzen sind hierzulande knapp

Schreitet die Krankheit immer weiter voran und helfen Medikamente nicht mehr, ist eine Herztransplantation der einzige Ausweg. Auf ein Spenderherz muss man in Deutschland allerdings lange warten. Zur Überbrückung der Wartezeit wird manchmal ein Kunstherz eingepflanzt. Sind die Herzrhythmusstörungen sehr ausgeprägt, wird ein Mini-Defibrillator eingesetzt, der im Notfall das Herz durch gezielte Stromstöße zum Weiterschlagen anregt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2014
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: AWMF-Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Kardiologie: Kardiomyopathien. Stand 2005
  • Hendrik Lehnert, Karl Werdan: Innere Medizin - essentials. Georg Thieme Verlag Stuttgart 2006
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2006
  • K. Alexander et al.: Thiemes Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart 1999
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