Kardiomyopathie (Myokardiopathie): Herzmuskelerkrankung mit Folgen

Das Wort Kardiomyopathie (auch Myokardiopathie oder Herzmuskelerkrankung) bedeutet wortwörtlich Herzmuskelleiden. Fasst man diesen Begriff sehr weit, so gehören Herzmuskelentzündungen ebenso dazu wie der Untergang von Herzmuskelgewebe beim Herzinfarkt. Spricht der Arzt von einer Kardiomyopathie, so meint er damit allerdings meist eine eigenständige Herzerkrankung, die durch eine abnorme Form und Größe des Herzmuskels charakterisiert ist.

Kardiomyopathie kann zur Herzinsuffizienz führen

Herzkrankheiten wie Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz können sowohl Ursache als auch Folge einer Kardiomyopathie sein. Früher oder später führt jede Kardiomyopathie dazu, dass die Herzleistung nachlässt. Um die Fülle der unterschiedlichen Kardiomyopathie-Formen zu unterscheiden, bedienen sich Mediziner verschiedener Einteilungen. Am gebräuchlichsten ist die Unterscheidung nach Form und Auswirkung der Herzmuskelveränderung.

Dilatative und hypertrophe Kardiomyopathie am häufigsten

In unseren Breiten kommt die dilatative Kardiomyopathie, bei der sich die Herzkammern stark erweitern, am häufigsten vor. Daneben spielt noch die hypertrophe Kardiomyopathie mit verdickter Herzwand eine Rolle. Weitere Formen der Kardiomyopathie sind sehr selten.

Ursachen und Diagnotik der dilatativen Kardiomyopathie

Bei der dilatativen Kardiomyopathie unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Form. Bei der primären ist die Ursache unbekannt, bei der sekundären spielen Faktoren wie Viruserkrankungen, Alkohol, Medikamente, Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen eine Rolle. Um eine dilatative Kardiomyopathie zu diagnostizieren, stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Echokardiografie, Herzkatheterisierung, Röntgen und Laboruntersuchungen.

Behandlung der dilatativen Kardiomyopathie

Steht die Diagnose dilatative Kardiomyopathie fest, gibt es verschiedene Therapieoptionen, die der Arzt meist kombiniert – etwa Blutdrucksenker, Diuretika und weitere Medikamente, die das Herz entlasten. Obligatorisch sind Alkohol- und Nikotinverzicht. Ob Schonung oder mäßige Belastung angebracht ist, entscheidet der Arzt je nach Ausprägung der Kardiomyopathie.

Anzeichen der hypertrophen Kardiomyopathie

Meist ist diese Form der Kardiomyopathie vererbt. Sie entwickelt sich bereits in jungen Jahren. So ist der plötzliche Herztod bei einem jungen Sportler oft die Folge von einer bis dahin unerkannten hypertrophen Kardiomyopathie. Die Anzeichen dieser Form von Kardiomyopathie sind oft uncharakteristisch und treten bei vielen anderen Herzerkrankungen ebenfalls auf – etwa Luftnot bei Belastung, Herzschmerz oder Herzklopfen.

Die Behandlung der hypertrophen Kardiomyopathie

Wie bei der dilatativen Kardiomyopathie versucht man auch bei der hypertrophen Kardiomyopathie das Herz medikamentös zu entlasten – mit Blutdrucksenkern und Betablockern. Treten Herzrhythmusstörungen auf, können Gerinnungshemmer das Risiko von Blutgerinnseln senken. Eine neue Therapieoption ist die Verödung des einengenden Muskelgeschwulstes über den Herzkatheter. Schreitet die Kardiomyopathie voran, bleibt nur die Hoffnung auf ein Spenderherz. Allerdings ist die Wartezeit in Deutschland auf ein entsprechendes Organ häufig sehr lang. Für Patienten mit Herzmuskelerkrankung gibt es jedoch einige Anlaufstellen, bei denen sie sich informieren können und wichtige Tipps erhalten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.12.2014
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: AWMF-Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Kardiologie: Kardiomyopathien. Stand 2005
  • Hendrik Lehnert, Karl Werdan: Innere Medizin - essentials. Georg Thieme Verlag Stuttgart 2006
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2006
  • K. Alexander et al.: Thiemes Innere Medizin, Georg Thieme Verlag Stuttgart 1999
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