Therapie bei Insektenstichen

Wenn ein Insektenstich besonders heftige Reaktionen auslöst, sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder den Notarzt rufen. Es besteht die Möglichkeit einer Insektengiftallergie.

Allergien treten in unseren Breiten vor allem nach Bienen- und Wespenstichen, aber auch nach Hummel- oder Hornissenstichen auf.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • die Beschwerden stärker sind als üblich (zum Beispiel starke Schwellung, Schmerzen)
  • sich die Einstichstelle im Mund- oder Rachenraum befindet
  • sich die Einstichstelle entzündet
  • Sie ein bis zwei Wochen nach einem Zeckenstich an irgendeiner Körperstelle einen roten oder rot umrandeten Fleck entdecken (Verdacht auf Borreliose)
Zeigen Sie keine solche Reaktion, können Sie Insektenstiche auch selbst behandeln. Durch sofortige Kühlung können Sie der Schwellung entgegenwirken. Außerdem helfen Medikamente gegen Insektenstiche – zum Beispiel entzündungshemmende und juckreizstillende Gele, Salben oder Stifte. Sie enthalten beispielsweise Antihistaminika oder Kortison.

Juckreizstillende Mittel

Es gibt viele verschiedene Wirkstoffe, die bei entzündlichen Hautveränderungen, Juckreiz und Schwellungen helfen. Kortisonhaltige Medikamente eignen sich besonders bei entzündeten, stark angeschwollenen Stichen. Sie beschleunigen die Wundheilung und lindern den Juckreiz. Zubereitungen mit Hydrokortison sind bis zu einer bestimmten Dosierung ohne Rezept erhältlich.

Bei stark anschwellenden und juckenden Stichen helfen Antihistaminika zum Einnehmen als Tabletten, Tropfen oder Saft. Antihistaminika (zum Beispiel Bamipin, Dimetinden, Clemastin, Chlorphenoxamin oder Tripelennamin) zeigen entzündungshemmende und juckreizstillende Effekte.

Die meisten Wirkstoffe werden als Gel angeboten. Sie haben den Vorteil, dass sie zusätzlich kühlen und dadurch abschwellend wirken. Bei den meisten Produkten gilt die Empfehlung, die betroffenen Hautstellen mehrmals täglich einzureiben. Die Mittel dürfen nicht mit den Augen oder mit Schleimhäuten (Nase, Mund) in Berührung kommen. Waschen Sie deshalb nach dem Auftragen gründlich die Hände. Von einer großflächigen Anwendung ist ebenfalls abzuraten.

Manchmal kommt es bei der Anwendung von Antihistaminika zu Müdigkeit und zur Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens. Durch Alkohol kann das noch verstärkt werden. Bei den moderneren Präparaten ist dies allerdings selten, doch jeder Patient reagiert anders. Achten Sie deshalb zu Beginn der Einnahme ganz besonders darauf, wie Ihr Körper reagiert. Bei Ermüdungserscheinungen sollten Sie nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen und auch keine Maschinen bedienen.

Achten Sie bei der Verwendung sowohl von hydrokortisonhaltigen Medikamenten als auch von Antihistaminika besonders auf die im Beipackzettel aufgeführten Gegenanzeigen oder lassen Sie sich vorher vom Arzt und/oder Apotheker beraten.

Wirkstoffe

  • Bamipin
  • Chlorphenoxamin
  • Dimetindenmaleat
  • Hydrocortisonacetat

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Auch Einreibungen zur Linderung der Beschwerden bei Insektenstichen können bei großflächiger Anwendung zu Wechselwirkungen führen. Allgemeine Hinweise dazu finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihr Arzt und/oder Apotheker.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.06.2015
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Leitlinie Diagnose und Therapie der Bienen- und Wespengiftallergie (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/061-020l_S2k_Bienen_und_Wespengiftallergie_2011-verl%C3%A4ngert.pdf)
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