Husten (Tussis) bei Erkältung

Husten (Tussis) bei Erkältungskrankheiten wird zumeist durch Viren hervorgerufen. Diese Viren werden durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen, Sprechen oder Atmen übertragen. Sie dringen in die Schleimhäute der oberen Luftwege ein und vermehren sich dort.

Mädchen hustet © Thinkstock
Dann dauert es etwa zwei Tage, bis die ersten Symptome auftreten. Husten geht oft mit anderen Symptomen einer Erkältung wie Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber einher. Risikofaktoren für Husten sind beispielsweise eine Immunschwäche oder chronische Erkrankungen. Aber auch Kinder sowie Personen, die sich viel in geschlossenen Räumen aufhalten, sind besonders gefährdet.
Husten ist nicht gleich Husten
Husten selbst ist keine Krankheit – er tritt als Symptom bei vielen verschiedenen Krankheiten auf und zeigt an, dass etwas im Körper nicht stimmt. In den allermeisten Fällen ist Husten nur die Begleiterscheinung von harmlosen Infekten, aber gelegentlich deutet Husten auch auf schwerwiegende oder gefährliche Erkrankungen hin. Deshalb ist es wichtig, sich bei untypischem, besonders starkem, plötzlich einsetzendem oder besonders lang anhaltendem Husten in ärztliche Behandlung zu begeben.

Gefahr durch Superinfektion

Husten kann gefährlich werden, wenn zu der ursprünglichen Vireninfektion eine Bakterieninfektion hinzukommt. Dies wird als Superinfektion bezeichnet. Durch die bereits vorgeschädigte Schleimhaut haben die Bakterien ein leichtes Spiel. Es ist eine weitverbreitete Meinung, dass es ein deutliches Anzeichen für eine bakterielle Infektion sei, wenn sich das Husten-Sekret gelb oder grün verfärbt. Das ist jedoch nicht sicher belegt.

Die Farbe des Sekrets ist auch nicht dazu geeignet, eine Bronchitis von einer Lungenentzündung zu unterscheiden. Die Ursache des Hustens herauszufinden – viral oder bakteriell – ist also nicht so einfach und bei leichten Verläufen auch nicht notwendig. Bei Fieber über 38,5 Grad Celsius, Schmerzen im Brustraum, Luftnot, bereits bestehenden Lungenerkrankungen oder allgemein starkem Krankheitsgefühl sollten Sie allerdings einen Arzt aufsuchen. Er stellt die Diagnose in der Regel rein klinisch – das heißt aufgrund der Symptome und einer körperlichen Untersuchung – und entscheidet dann über die weitere Therapie.

Antibiotika nicht immer nötig

Antibiotika wirken lediglich bei bakteriellen Infektionen und sind daher bei viral verursachten Erkältungskrankheiten ohne Superinfektion meistens nicht sinnvoll. Dennoch werden sie viel zu häufig auch bei banalen Infekten mit Husten eingesetzt. Durch übermäßigen Einsatz von Antibiotika haben Resistenzen gegen diese Arzneimittel in der letzten Zeit enorm zugenommen, sodass sie oftmals nicht mehr wirken, wenn sie zu anderer Zeit dringend gebraucht werden.

Liegt aber tatsächlich eine bakterielle Superinfektion vor, so ist die rechtzeitige antibiotische Behandlung wichtig, damit sich die Bakterien nicht weiter ausbreiten und andere Organe befallen können.

Ausbreitung auf andere Organe

Die Bakterien können nicht nur die Bronchien (Bronchitis) befallen. Auch die Lunge (Lungenentzündung), die Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder das Ohr (Mittelohrentzündung) sind dann gefährdet. Seltene, aber schwere Krankheitsfolgen treten auf, wenn die Bakterien das Herz (Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung) oder die Hirnhäute (Hirnhautentzündung) angreifen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.12.2014
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; Vitanet-dsb, Vitanet-gg; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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