Hüftgelenksarthrose: Ursachen und Risikofaktoren

Es gibt zahlreiche angeborene oder erworbene Erkrankungen und Verletzungsfolgen, die zu einer gestörten Statik im Bewegungsapparat führen. Das kann Ursache für eine vermehrte Abnutzung von Gelenken sein. Dieser vorzeitige Verschleiß wird allgemein als Arthrose bezeichnet, in der Hüfte als Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose).

Unter den zahlreichen Krankheitsprozessen, welche zu einer vorzeitigen Abnutzung des Hüftgelenks führen, seien im Folgenden nur einige erwähnt. Die Ursache einer Arthrose lässt sich aber oft überhaupt nicht ermitteln: Die Krankheit stellt dann ein eigenständiges Geschehen dar.

Arthritis als Ursache für Hüftgelenksarthrose

Eine häufige Ursache des Gelenkverschleißes liegt im Auftreten sogenannter entzündlicher Gelenkerkrankungen (Arthritis). Hierbei kommt es durch eine Entzündung, deren Ursache nicht selten unklar ist, zu einer Zerstörung der Gelenkinnenhaut, welche die Gelenkschmiere bildet. Diese Krankheiten (im Volksmund als Rheuma bezeichnet) verursachen dann schwere Beeinträchtigungen der komplexen Stoffwechselvorgänge im Gelenk und führen zu einer allmählichen Zerstörung des Gelenkknorpels. Es gibt zahlreiche Unterformen der rheumatischen Erkrankungen.

Verletzungen als Ursache für Hüftgelenksarthrose

Als Folge eines Hüftpfannenbruchs entwickelt sich nicht selten eine Coxarthrose. Durch die Gewalt des Unfalls kommt es zu Rissen und Quetschungen am Knorpel. Die Gelenkfläche ist nicht mehr glatt, sodass sich dort regelrechte Stufen ausbilden können, die den optimalen Gelenkkontakt nicht mehr gewährleisten. Die beiden Gelenkkörper passen nicht mehr richtig ineinander, die statischen Verhältnisse werden ungünstiger, da einzelne Teile des Gelenks stärker belastet werden. Dadurch verschleißt das Gelenk rascher, es ist sozusagen „Sand im Getriebe“. Dieser Knorpelabrieb verstärkt sich rasch.

Der Hüftkopf (Knochen und Knorpel) wird von den Blutgefäßen aus der Gelenkkapsel ernährt. Bei einem Oberschenkelhalsbruch reißen häufig Adern, die den Hüftkopf versorgen. Dies ist dann in einigen Fällen Ursache für eine vollständige Zerstörung des Hüftkopfs (Hüftkopfnekrose) und der daraus folgenden Minderung der Belastungsfähigkeit des gesamten Hüftgelenks. Eine derartige Hüftkopfnekrose kann aber auch nach Pfannenbrüchen sowie als eigenständige Krankheit auftreten, wobei der eigentliche Entstehungsmechanismus bis heute nicht sicher geklärt ist.

Fehlstellungen als Ursache für Hüftgelenksarthrose

Lange bestehende Fehlstellungen am Bein (ausgeprägtes „X“- oder „O-Bein“) können durch die gestörte Statik auch zu einer Hüftgelenksarthrose führen. Derartige Deformitäten treten beispielsweise nach falschen oder fehlerhaft verheilten Oberschenkelschaftbrüchen auf. Weiter sind starke Beinlängenunterschiede, seien sie angeboren oder erworben, als Ursache zu nennen. Auch schwere Wirbelsäulenverkrümmungen spielen eine Rolle bei der Entwicklung der Coxarthrose.

Es gibt zahlreiche angeborene Formvarianten des Hüftgelenks, welche im späteren Lebensalter eine Arthrose zur Folge haben können. Hierbei ist eine ungenügende Überdachung des Hüftkopfs durch eine zu flach ausgebildete Hüftpfanne zu nennen (Hüftdysplasie). Welch große Rolle diese angeborenen Erkrankungen spielen, zeigt die Tatsache, dass die Untersuchung auf eine solche Hüftdysplasie bereits zu den von den Krankenkassen übernommenen Vorsorgeleistungen im Kleinkindalter gehören.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: awmf-online.de : Coxarthrose, Stand 2002
  • Ortho Hamburg: Coxarthrose Verschleiß des Hüftgelenkes
  • Klinik am Homberg: Coxarthrose
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