Operation bei Hüftgelenksarthrose: Umstellungsosteotomie

Ist eine Fehlstellung des Oberschenkelkopfs aus unterschiedlichen Gründen, beispielsweise bei einer Hüftgelenksdysplasie oder nach einem Unfall, Ursache der Hüftgelenksarthrose, kann eine Umstellungsosteotomie die einseitige Abnutzung der Gelenksflächen beheben.

Das Prinzip der Umstellungsosteotomie besteht in einer veränderten Einstellung des Hüftkopfs in die Hüftpfanne. Diese kann durch eine steilere oder eine flachere Stellung des Oberschenkelhalses erreicht werden. Auf diese Weise werden bisher nicht belastete, noch einigermaßen gesunde Anteile des Hüftkopfs in die Belastungszonen des Gelenks einbezogen.

Technisch wird so vorgegangen, dass der Knochen unterhalb des Oberschenkelhalses durchtrennt wird. Ein entsprechender Knochenkeil in der gewünschten Korrekturebene wird entnommen, gelegentlich wird auch ein Knochenkeil eingesetzt. Der Knochen wird nun wieder aufeinander gestellt und durch eine mit Schrauben verankerte Metallplatte fixiert. Eine zusätzliche Gipsbehandlung ist nicht erforderlich. An der Bruchstelle heilt der Knochen nach einigen Wochen wieder folgenlos zusammen.

Es gibt auch die Möglichkeit der Beckenosteotomie, hierbei wird durch die Umstellung der Gelenkpfanne eine bessere Überdeckung des Hüftkopfs erreicht.

Nachbehandlung nach der Umstellungsosteotomie

Bereits in der ersten Zeit nach der Umstellungsosteotomie können und müssen krankengymnastische Übungen unter entsprechender Anleitung durchgeführt werden.

Durch die Operation werden die Ansatzpunkte für die hüftgelenkumgebende Muskulatur verlagert. Das kann dazu führen, dass die Entfernung zwischen Ursprung und Ansatz der Muskulatur verkürzt oder verlängert wird. Für die Muskulatur bedeutet dies, dass die über Jahre als normal gemeldete Grundspannung nun entweder herab- oder heraufgesetzt wurde.

Daher ist eine gezielte Physiotherapie nötig, die ihren Schwerpunkt auf das neu zu erstellende Muskelgleichgewicht legt. Die Bewegung im Hüftgelenk selbst – passiv oder unterstützt – macht in der Regel keine Schwierigkeiten. Die aktive Ausführung der Bewegung und die Einbindung der betroffenen Muskulatur in die Gesamtkoordination des Körpers sind die Ziele der krankengymnastischen Behandlung nach einer derartigen Operation.

Das operierte Bein darf in den ersten Wochen nicht voll belastet werden, wobei eine dosierte Teilbelastung nach Absprache mit Arzt und Krankengymnast frühzeitig möglich ist.

Die Umstellungsosteotomie wird für jeden Patienten individuell geplant. Der Vorteil dieses Eingriffs liegt darin, dass das betroffene Gelenk selbst durch die Operation nicht beeinträchtigt wird. Die Korrektur geschieht außerhalb des Gelenks, das heißt die Einwirkung auf die Hüftgelenksarthrose erfolgt indirekt.

Da neben der Schmerzverbesserung die Umstellungsosteotomie vor allem der Verhinderung beziehungsweise positiven Beeinflussung einer Hüftgelenksarthrose dient, darf dieser Eingriff verständlicherweise nicht zu spät erfolgen. Ist das gesamte Hüftgelenk erst einmal weitgehend zerstört, kann auch eine Umstellungsosteotomie keine Zustandsverbesserung mehr bringen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: awmf-online.de : Coxarthrose, Stand 2002
  • Ortho Hamburg: Coxarthrose Verschleiß des Hüftgelenkes
  • Klinik am Homberg: Coxarthrose
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