Hüftgelenksarthrose: Arbeit und Haushalt mit künstlichem Hüftgelenk

In den meisten Fällen war bereits mit der Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) selbst keine schwere körperliche Arbeit mehr möglich. Man sollte sich jedoch durch die entstandene Schmerzfreiheit nach der Operation nicht dazu verleiten lassen, wieder schwere Arbeit zu leisten. Das gilt auch und gerade für jüngere Patienten, bei denen eine Hüftgelenksprothese eingesetzt werden musste.

Leichte körperliche Arbeit

Im Wechsel zwischen Stehen, Gehen und Sitzen ist leichte körperliche Arbeit möglich und trägt nicht zu einer Lockerung der Prothese bei. Arbeit in ungünstiger Körperhaltung sowie bei Nässe und Feuchtigkeit sind hingegen nicht zu empfehlen.

Arbeit im Haushalt

Mit einem künstlichen Hüftgelenk können Sie den eigenen Haushalt versorgen. Sehr anstrengende Arbeit sollten Sie jedoch nicht selbst verrichten. Das Tragen und Heben schwerer Lasten sollte vermieden werden. Leichtere Gartenarbeiten können Sie durchaus erledigen; anstrengende Aktivitäten (zum Beispiel Umgraben) sind nicht ratsam.

Heben und Tragen

Beim Tragen von schweren Dingen sollten Sie immer darauf achten, die Last gleichmäßig auf beide Arme zu verteilen. Ist dies nicht möglich, sollte die Last auf der Seite des operierten Gelenks getragen werden.

Sturzgefahr verringern

Vermeiden Sie unbedingt alle Situationen, in denen eine erhöhte Sturzgefahr besteht. Achten Sie auf rutschfeste Teppiche in Ihrer Wohnung, entfernen sie lose verlegte Kabel auf dem Boden. Legen Sie falls notwendig rutschfeste Matten in die Badewanne und lassen Sie eventuell einen zusätzlichen Handgriff anbringen.

Beim Treppensteigen sollten sie besondere Vorsicht walten lassen: Bevorzugen Sie Treppenaufgänge mit beidseitigem Handlauf und gut sichtbaren Stufen.

Sitzhöhe anpassen

Nach einer Hüftgelenksoperation ist es in vielen Fällen notwendig, die Sitzhöhe Ihrer Stühle anzupassen. Meist kann dies recht einfach mittels eines Sitzkissens oder -keils erledigt werden. Eventuell muss auch der Toilettensitz erhöht werden.

Umsetzung auf der Arbeit: Anpassung von Arbeitsplatz und -beanspruchung

Sie sollten sich vertrauensvoll (und rechtzeitig) mit dem Operateur, dem Hausarzt, den Sozialdiensten und vor allem auch den Betriebsärzten besprechen. Hier kann durchaus mit einfachen Mitteln eine wesentliche Hilfestellung gegeben werden.

Autofahren

Kaum Einschränkungen bestehen nach Wiedererlangung der Beweglichkeit bezüglich des Autofahrens, sei es als Fahrer oder Beifahrer. Für ausreichend Beinfreiheit sollte gesorgt sein.

Gewichtszunahme

Vor einer Gewichtszunahme muss deutlich gewarnt werden. Diese kann zu einer vorzeitigen Lockerung des Hüftgelenks führen.

Schuhwerk

Festes, passgerechtes Schuhwerk ist wichtig. Ein nach der Prothesenimplantation aufgetretener Beinlängenunterschied sollte durch entsprechende Absatz- beziehungsweise Schuhsohlenerhöhung ausgeglichen werden. Ob ein vollständiger Ausgleich erfolgt, muss vom behandelnden Arzt entschieden werden.
Info
Nach der Implantation eines Hüftgelenks sind Dauerschmerzen nicht normal. Sie sollten sich nicht scheuen, erneut Ihren behandelnden Arzt aufzusuchen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: awmf-online.de : Coxarthrose, Stand 2002
  • Ortho Hamburg: Coxarthrose Verschleiß des Hüftgelenkes
  • Klinik am Homberg: Coxarthrose