Diagnose: Hüftgelenksarthose

Die frühzeitige Diagnose bei Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) ist außerordentlich wichtig, damit rechtzeitig die notwendigen und sinnvollen Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Fast immer ist es der Bewegungsschmerz, in späteren Stadien der Erkrankung auch der Ruheschmerz der Hüfte, welche den Patienten zum Arzt führen. Das Hüftgelenk ist in seinem Bewegungsumfang eingeschränkt. Typisch ist ein Anlaufschmerz, der meist in der Leistenregion auftritt. Nicht selten klagen die Patienten zunächst über Schmerzen im Kniegelenk. Der hinkende Gang sowie die genaue körperliche Untersuchung ergeben bereits wichtige Hinweise. Laboruntersuchungen mit Bestimmung der Rheumawerte sind für eine Diagnose häufig erforderlich.

Röntgenuntersuchung zur Stellung der Diagnose

Eine sehr wichtige Untersuchung stellt das Röntgenbild dar. Durch die Röntgenuntersuchung können die Veränderungen am Hüftgelenk selbst dargestellt werden. Diese weisen dann den Weg zur richtigen Diagnose und Behandlung. Der Knorpel stellt sich im Röntgenbild zwar selbst nicht dar, man kann aber von den umgebenden Knochenstrukturen durchaus auf den Zustand des Knorpels schließen.
Hüftgelenksarthrose Coxarthrose Röntgenbild © Praxis Dr. Jochen Lengerke/Creative CommonsBild oben: Dysplasie-Coxarthrose Bild unten: gesundes Hüftgelenk
Diagnose beidseitige schwere Hüftgelenkarthrose: Die Gelenkspalten sind verschmählert, die Hüftköpfe sind entrundet. Normalerweise sieht man an einem gesunden Hüftgelenk einen normalen, glatten und ausreichend weiten Gelenkspalt, der eine scharfe Begrenzung aufweist. Hier ist jedoch beidseits der Gelenkspalt stark verschmälert. Die Belastungsänderungen führen zu Ab- und Anbaureaktionen des Knochens am Hüftgelenk und damit zu einer Unebenheit der Gelenkflächen. Auch sekundäre Weichteilprozesse wie Muskelverknöcherungen und Kapselverkalkungen können im Röntgenbild gut sichtbar sein und die Diagnose erleichtern.
Die angeborenen oder erworbenen Fehlstellungen des Hüftgelenkes lassen sich durch verschiedene Aufnahmetechniken ebenfalls erkennen. Heutzutage wird immer öfter die Kernspintomografie (MRT) eingesetzt, um zur Diagnose Hüftgelenksarthrose zu gelangen. Einerseits liefert sie sehr gute Bilder und andererseits setzt man den Patienten keiner Strahlenbelastung aus. Dieses Verfahren kommt insbesondere auch bei Verdacht auf eine Hüftkopfnekrose in Frage. Die am Knie sehr weit verbreitete Gelenkspiegelung (Arthroskopie) spielt am Hüftgelenk kaum eine Rolle.

Die Stärke der Beschwerden und die Befunde auf dem Röntgenbild entsprechen sich oftmals nicht. In diesem Fall können auch noch weitere bildgebende Untersuchungen wie beispielsweise die Computertomografie (CT) oder die Knochenszintigrafie zur Stellung der Diagnose durchgeführt werden. Umso wichtiger ist es daher, dass der Arzt den körperlichen Zustand des Patienten kennt und seine Schmerzen richtig einzuschätzen vermag, um die entsprechenden Behandlungsmaßnahmen einzuleiten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.01.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: awmf-online.de : Coxarthrose, Stand 2002
  • Ortho Hamburg: Coxarthrose Verschleiß des Hüftgelenkes
  • Klinik am Homberg: Coxarthrose
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