Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie bei HIV und AIDS

Auch wenn die heutigen Medikamentenkombinationen wesentlich verträglicher sind als noch vor einigen Jahren, können unter der antiretroviralen HIV-Therapie Nebenwirkungen auftreten. Auch besteht die Gefahr, dass das Virus resistent gegen einige Wirkstoffe wird.

Resistenzentwicklung gegen HIV-Medikamente

Die antiretrovirale Therapie richtet sich gegen das HI-Virus selbst. Das Virus kann unter der Therapie jedoch mutieren, also seine genetischen Eigenschaften verändern. Schon kleine Veränderungen des Virus können dabei zu einer Minderung oder einem Verlust der Medikamentenwirkung führen (Resistenzentwicklung). Schlimmstenfalls kommt es aufgrund der Mutationen zu einer sogenannten Mulitresistenz gegen mehrere Medikamente. Der Arzt muss dann andere Medikamentenkombinationen finden, was unter Umständen sehr schwierig sein kann. Deshalb plädieren manche Experten dafür, den Therapiestart so weit wie möglich hinauszuzögern.

Nebenwirkungen der antiretroviralen HIV-Therapie

Antiretrovirale Medikamente können zahlreiche Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten akuten Nebenwirkungen zählen:

Als Langzeitnebenwirkungen werden beobachtet:

  • Laktatazidose (Überschuss an Milchsäure im Blut)
  • Neuropathien (Nervenstörungen)
  • Störungen in der Fettverteilung, Abbau von Fettgewebe
  • Störungen im Blutzuckerstoffwechsel
  • Störungen im Fettstoffwechsel

Die sogenannte Lipodystrophie führt dabei gleichzeitig zu Störungen der Fettverteilung, des Fettstoffwechsels und des Blutzuckerstoffwechsels: Bei den Patienten nimmt das Fettgewebe im Bereich des Gesichts, des Gesäßes und der Arme und Beine ab und im Bereich des Bauches und Nackens zu. Die Patienten sehen also im Gesicht und an Armen und Beinen ausgemergelt aus und haben einen dicken Bauch sowie einen Stiernacken. Auch Muskulatur und Leber können verfetten. Die Fettstoffwechselstörung ist gleichzeitig mit erhöhten Blutfettwerten und steigendem Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.03.2017
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  • Robert Koch Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte – HIV-Infektion/AIDS. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html
  • Deutsche AIDS Gesellschaft e.V.: Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion.
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