Antiretrovirale Therapie bei HIV/AIDS: Nebenwirkungen

Resistenzentwicklung

Die antiretrovirale Therapie richtet sich gegen das HI-Virus selbst. Dieses hat jedoch die Eigenschaft zu mutieren, also seine genetischen Eigenschaften zu verändern. Schon kleine Veränderungen des Virus können dabei zu einer Minderung oder einem Verlust der Medikamentenwirkung führen (Resistenzentwicklung). Schlimmstenfalls kommt es aufgrund der Mutationen zu einer sogenannten Mulitresistenz gegen mehrere Medikamente. Der Arzt muss dann andere Medikamentenkombinationen finden, was sich unter Umständen sehr schwierig gestalten kann. Deshalb plädieren manche Experten dafür, den Therapiestart so weit wie möglich hinauszuzögern.

Nebenwirkungen

Antiretrovirale Medikamente verursachen zahlreiche Nebenwirkungen. Zu den wichtigsten akuten Nebenwirkungen zählen:

Als Langzeitnebenwirkungen werden beobachtet:

  • Laktatazidose (Überschuss an Milchsäure im Blut)
  • Neuropathien (Nervenstörungen)
  • Störungen in der Fettverteilung, Abbau von Fettgewebe
  • Störungen im Blutzuckerstoffwechsel
  • Störungen im Fettstoffwechsel
Die sogenannte Lipodystrophie führt dabei gleichzeitig zu Störungen der Fettverteilung, des Fettstoffwechsels und des Blutzuckerstoffwechsels: Bei den Patienten nimmt das Fettgewebe im Bereich des Gesichts, des Gesäßes sowie der Arme und Beine ab und im Bereich des Bauches und Nackens zu. Die Patienten sehen also im Gesicht sowie an Armen und Beinen ausgemergelt aus und haben einen dicken Bauch sowie einen Stiernacken. Auch Muskulatur und Leber können verfetten. Die Fettstoffwechselstörung ist gleichzeitig mit erhöhten Blutfettwerten und steigendem Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.04.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag 2004
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag 2000
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage 2003
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel 2002
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
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