HIV/AIDS: Therapie

Durch die moderne HIV-Therapie haben die meisten behandelten Patienten mittlerweile eine annähernd normale Lebenserwartung. Die Basis für die Entscheidung, wann eine Behandlung beginnen soll, bilden drei Kriterien: die Klinik der Erkrankung, also die Symptome des Patienten, die Zahl der CD+-4-Zellen und die Konzentration der Viren im Blut des Patienten.

Auch wenn dies auf den ersten Blick klare Entscheidungshilfen sind: Über den optimalen Zeitpunkt des Therapiestarts streiten die Experten. Denn in eine Behandlung müssen immer auch die möglichen Nebenwirkungen einkalkuliert werden, genau wie die Tatsache, dass die Viren gegen bestimmte Medikamente resistent werden können und diese dann nicht mehr wirken. Je länger die Therapiedauer ist, umso größer werden diese Risiken. Daher zögern einige Experten den Behandlungsbeginn lieber noch etwas hinaus, wenn ihnen das vertretbar erscheint.

Richtlinien für den Behandlungsbeginn

Klar ist jedoch, dass beim Auftreten von Symptomen, die auf die HIV-Infektion zurückzuführen sind (also in den Stadien B und C), und bei einer CD+-4-Zahl unter 200/µl behandelt werden muss. Für Stadium A und CD+-4-Zellen über 200/µl halten die deutschen Empfehlungen bei einem Wert bis 350/µl die Behandlung für sinnvoll und bei einem Wert über 350/µl für aufschiebbar. Allerdings sollten auch dabei immer die individuellen Umstände des Patienten in die Entscheidung mit eingehen.

Ziel der sogenannten antiretroviralen Therapie mit Medikamenten gegen das Retrovirus ist es, dem Patienten ein möglichst normales und langes Leben bei guter Gesundheit zu ermöglichen. Hierfür ist es wichtig, dass er seine Medikamente zuverlässig einnimmt. Dabei werden oft mehrere antiretrovirale Wirkstoffe zu einer Kombinationstherapie zusammengestellt.

Da die Substanzen eine Reihe von Nebenwirkungen haben können, sollte der Arzt die lebenslang erforderliche Therapie gemeinsam mit dem Patienten ausführlich besprechen und planen. Zudem wird er den Therapieerfolg regelmäßig anhand der CD+-4-Zahl und der Virenkonzentration im Blut überprüfen. Und auch das Befinden des Patienten sollte in die Beurteilung mit einfließen.

Außer der medikamentösen Therapie gehören zur Behandlung einer HIV-Infektion auch eine gesunde Lebensweise, die Vorbeugung und Therapie von Infektionskrankheiten sowie eine psychosoziale Unterstützung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.11.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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