HIV/AIDS: Stadien der HIV-Infektion

Unbehandelt verläuft eine HIV-Infektion meist charakteristisch: Zunächst kann es zwischen einer und sechs Wochen nach Übertragung des Virus zur sogenannten akuten HIV-Infektion kommen. Anschließend folgt eine Phase von mehreren Jahren, in der sich das Virus im Körper vermehrt und das Immunsystem mehr und mehr schwächt.

Weil die Patienten in diesem Stadium kaum oder keine Beschwerden haben, spricht man von einer asymptomatischen Infektion oder Latenzphase. Die Länge dieser Phase kann stark variieren, der Durchschnittswert beträgt rund zehn Jahre. Schreitet die Zerstörung der Immunzellen weiter fort, tritt die Erkrankung in ihr letztes Stadium ein und führt zum Vollbild AIDS, das durch bestimmte Infektionskrankheiten und bösartige Tumoren charakterisiert ist. Unbehandelt führt dies unweigerlich nach einer individuell verschiedenen Zeitspanne zum Tod.

CD4+-T-Zellen (CD4-positive T-Zellen) und Viruslast

Auch, wenn sich zunächst keine Symptome zeigen, reagiert der Körper unmittelbar auf eine HIV-Infektion: Es kommt zu einem raschen Anstieg der Viruskonzentration im Blut. Gleichzeitig sinkt die Zahl der CD4+-T-Lymphozyten (Immunzellen, die das CD4-Antigen tragen – auch Helferzellen genannt). Nur eine Blutuntersuchung kann darüber Aufschluss geben, in welchem Stadium der Infektion sich der Betroffene befindet.

Einzelne Laborwerte sind hierbei wichtige Marker (siehe Tabelle unten). Auch wenn keine Veränderung der klinischen Symptome (Krankheitszeichen) zu beobachten ist, können diese Daten Aufschluss über den Krankheitsverlauf geben. Zum Beispiel sind die Anzahl der CD4+-Zellen und die Menge der HI-Viren im Blut (Viruslast) wichtige Werte.

Die CD4+-Zellen gehören zur Gruppe der Lymphozyten (Form der weißen Blutkörperchen). Diese Zellen werden von HIV infiziert und in ihrer Anzahl reduziert. Ihre Konzentration im Blut gibt Hinweise darauf, ob das Immunsystem noch funktionsfähig ist oder nicht. Sinkt ihre Zahl unter 200 pro Mikroliter Blut, ist der Infektionsschutz lückenhaft. Dieser Wert dient dem Arzt als Hinweis, wann mit einer antiretroviralen Behandlung begonnen werden sollte. Die CD8+-Zellen sind die Gegenspieler der CD4+-Zellen. Man nennt sie auch T8-Suppressorzellen, da sie in der Lage sind, Immunantworten zu unterdrücken (engl. to suppress = unterdrücken).
Marker Immunsystem Normalwerte
CD4+-Zellen (Anzahl) über 500/μl
CD4+-Zellen (%) 30% bis 50%
CD8+-Zellen (Anzahl) 280 bis 1500/μl
CD4/CD8-Quotient etwa 2
Die HIV-Infektion wird anhand der CDC-Klassifikation (Centers of Disease Control) von 1993 in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Dieses System orientiert sich dabei an den Symptomen, die durch die Kategorien A bis C beschrieben werden, und an der Anzahl von T-Helferzellen im Blut.

Unter Kategorie A fallen Patienten, die keine Symptome haben, an einer akuten HIV-Infektion leiden oder chronische Lymphknotenschwellungen aufweisen. Patienten in Kategorie B haben einen Immundefekt, der auf die Infektion zurückzuführen ist, aber keine Erkrankungen, die zum Vollbild AIDS gehören. In die Kategorie C fallen alle Infizierten mit dem Vollbild AIDS.

Diese unterschiedlichen Stadien werden außerdem anhand der Zahl von T-Helferzellen im Blut mit Ziffern von 1 bis 3 versehen, wobei 1 für die höchste (mehr als 500 CD4+-Zellen pro Mikroliter Blut) und 3 für die niedrigste Anzahl (weniger als 200 CD4+-Zellen pro Mikroliter Blut) steht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.04.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag 2004
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag 2000
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage 2003
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel 2002
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  • Deutsche AIDS-Hilfe: Medizinische Informationen zu HIV und Aids: Laborwerte – und was sie bedeuten (http://www.aidshilfe.de/sites/default/files/medinfo_77_Laborwerte.pdf)
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