Reisen mit einer HIV-Infektion

Im Allgemeinen spricht für HIV-infizierte Menschen nichts gegen das Reisen. Allerdings müssen Betroffene für einen Urlaub mehr Vorbereitungen treffen und sich im Urlaub konsequenter verhalten und schützen als Nichtinfizierte.

Menschen mit einer HIV-Infektion sollten sich rechtzeitig Gedanken über das gewünschte Reiseziel machen. Nicht jedes Land ist für eine Reise geeignet. Experten empfehlen – auch aufgrund der medizinischen Versorgung und den guten Hygieneverhältnissen –  Urlaubsziele in Westeuropa, USA, Kanada und Australien. Außerdem gibt es einige Länder, bei denen Einschränkungen bei der Einreise für HIV-infizierte Menschen gelten. Informationen dazu erhält man in örtlichen Reisebüros, AIDS-Beratungsstellen oder dem jeweiligen Auswärtigen Amt.

In manchen Ländern sind bestimmte Impfungen erforderlich

Manches geplantes Urlaubsziel erfordert bestimmte Impfungen. Hier sollten Sie unbedingt vorher mit dem behandelnden Arzt abklären, ob eine solche Impfung im Zusammenhang mit dem Status der Erkrankung und der Therapie in Einklang steht. So wird von einer Gelbfieberimpfung (Lebendimpfstoff) ab einem gewissen Immundefekt abgeraten. Für alle anderen Impfstoffe, die bei Auslandreisen empfohlen werden – zum Beispiel Hepatitis A und B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis – gelten, wenn es sich um sogenannte Totimpfstoffe handelt, keine Anwendungsbeschränkungen. Welche Impfungen momentan in welchem Land notwendig sind, erfährt man in den jeweiligen Tropeninstituten oder auf den Seiten des jeweiligen Auswärtigen Amts.

Reiseapotheke in Absprache mit dem Arzt zusammenstellen

Die richtige Reiseapotheke sollten Sie in Absprache mit dem behandelnden Arzt zusammenstellen. Neben den für die HIV-Therapie notwendigen Medikamenten und Hilfsmitteln sollten auch Präparate und Hilfsmittel für bestimmte Krankheits- und Verletzungsfälle enthalten sein. Zusätzlich sollten Sie sich vorab erkundigen, ob auch am Urlaubsort die nötigen Medikamente besorgt werden können. Dies kann man über die AIDS-Beratungsstellen oder geeignete Kliniken im Urlaubsland abklären. Bei Flugreisen sollten Sie auf einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten im Handgepäck achten.
Info
Der Arzt sollte für die mitgenommene HIV-Medikation ein englischsprachiges, mit dem Praxisstempel versehenes Dokument erstellen, das Sie auf Verlangen beim Zoll vorzeigen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.03.2017
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  • Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin Nr. 30 2001
  • Robert Koch Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte – HIV-Infektion/AIDS. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html
  • Deutsche AIDS Gesellschaft e.V.: Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion.
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