HIV/AIDS: Reisen mit HIV-Infektion

Im Allgemeinen spricht nichts gegen das Reisen mit einer HIV-Infektion. Allerdings müssen Betroffene für einen Urlaub mehr Vorbereitungen treffen und sich im Urlaub konsequenter verhalten als Nichtinfizierte.

So gilt, sich rechtzeitig Gedanken über das gewünschte Reiseziel zu machen. Nicht jedes Land ist für einen HIV-Infizierten geeignet. Experten empfehlen auch auf Grund bestehender medizinischer Versorgung und guten Hygieneverhältnissen Urlaubsziele in Westeuropa, USA, Kanada und Australien. Außerdem gibt es Länder wie Ägypten, Sri Lanka oder Thailand, die Einschränkungen bei der Einreise für HIV-Infizierte beschlossen haben. Informationen dazu erhält man in örtlichen Reisebüros, AIDS-Beratungsstellen oder dem Auswärtigen Amt.

Manches geplantes Urlaubsziel erfordert bestimmte Impfungen. Hier sollten Sie unbedingt vorher mit dem behandelnden Arzt abklären, ob eine solche Impfung im Zusammenhang mit dem Status der Erkrankung und der Therapie in Einklang steht. So wird von einer Gelbfieberimpfung (Lebendimpfstoff) ab einem gewissen Immundefekt abgeraten. Für alle anderen Impfstoffe, die bei Auslandreisen empfohlen werden, z.B. Hepatitis A und B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis, gelten, wenn es sich um so genannte Totimpfstoffe handelt, keine Anwendungsbeschränkungen (RKI: Epidemiologische Bulletin Nr. 30 2001, RKI). Welche Impfungen momentan in welchem Land notwendig sind erfährt man in den jeweiligen Tropeninstituten.
Die jeweilige Reiseapotheke sollten Sie in Absprache mit dem behandelnden Arzt zusammenstellen. Neben den für die HIV-Therapie notwendigen Medikamenten und Hilfsmitteln sollten auch Präparate und Hilfsmittel bestimmte Krankheits- und Verletzungsfälle enthalten sein. Zusätzlich sollten Sie sich vorab erkundigen, ob auch am Urlaubsort die nötigen Medikamente besorgt werden können. Dies kann man über die AIDS-Beratungsstellen oder geeignete Kliniken im Urlaubsland abklären. Bei Flugreisen sollten Sie auf einen ausreichenden Vorrat an Medikamenten im Handgepäck achten.
Info
Der Arzt sollte für die mitgenommene HIV-Medikation ein englischsprachiges, mit dem Praxisstempel versehenes Dokument erstellen, das Sie auf Verlangen am Zoll vorzeigen können.
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag 2004
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag 2000
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage 2003
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel 2002
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
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