Lexikon: HIV/AIDS

  • Acquired Immune Deficiency Syndrome ( = engl. für erworbenes Immun-Schwäche Syndrom, kurz AIDS) wird durch eine Infektion mit dem HI-Virus verursacht.
  • Substanz, die das Immunsystem als fremd erkennt. Dabei kann es sich um Mikroorganismen oder Teile von ihnen handeln, aber auch um einzelne Moleküle. Der Kontakt mit einem Antigen führt zur Aktivierung von Abwehrzellen und zur Bildung von Antikörpern.
  • Spezifische Abwehrstoffe (Immunglobuline), die von Zellen des Immunsystems (B-Zellen) nach Kontakt mit einem Antigen (zum Beispiel HI-Virus) gebildet werden.
  • Medikamente, die die Vermehrung der Retroviren im Körper einschränken.
  • Mikroorganismen, die aus einer Zelle bestehen. Die Vermehrung erfolgt durch Zellteilung. Es gibt zahlreiche Familien und Gattungen von Bakterien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Bakterien sind häufige Krankheitserreger.
  • Kommt der Körper mit einem Krankheitserreger ein zweites Mal in Kontakt, so erfolgt die Immunreaktion viel stärker als beim ersten Kontakt. Dieser Effekt wird bei Auffrischungsimpfungen ausgenutzt, um die Immunantwort zu verstärken.
  • Abkürzung für „Enzyme-Linked Immuno Sorbent Assay“. Immunologisches Testverfahren, mit dem sich Antikörper oder Antigene, beispielsweise im Blut, bestimmen lassen. Diese Methode wird nicht nur zum Nachweis von HIV-Antikörpern, sondern auch zum Nachweis zahlreicher anderer Krankheitserreger angewendet.
  • Ständiges Vorkommen einer Krankheit in einem umschriebenen Gebiet – zum Beispiel Kropf (Jodmangelstruma) oder FSME.
  • Zeitlich und örtlich begrenztes verstärktes Auftreten einer bestimmten Krankheit, in der Regel einer Infektionskrankheit (zum Beispiel Grippeepidemie).
  • Das Ausgesetztsein gegenüber Umweltfaktoren wie Krankheitserregern, Strahlen, Temperatur usw.
  • Vorbeugende Maßnahme, um Kontakt mit bestimmten (schädlichen) Einflüssen zu vermeiden. So können zum Beispiel Infektionen durch bestimmte Hygienemaßnahmen oder der Meidung infizierter Personen verhindert werden. Des Weiteren können infektiöse Gegenstände desinfiziert oder bestimmte Gegenden gemieden werden. Die Kleidung kann so gewählt werden, dass Krankheitsüberträger (etwa Insekten) die Haut nicht erreichen können.
  • Unter HAART (engl. highly active antiretroviral therapy, hoch aktive antiretrovirale Therapie) versteht man die Kombinationstherapie aus Protease-Hemmern und Reverse-Transkriptase-Hemmern, welche bei der Therapie von HIV und AIDS zum Einsatz kommen. Heute verwendet man eher den Begriff cART für combined Anti-Retroviral-Therapy
  • Humanes Immundefizienz-Virus Typ 1. Seit 1986 international gültige Bezeichnung für den AIDS-Erreger.
  • Humanes Immundefizienz-Virus Typ 2. Wurde früher als LAV 2 oder als HTLV IV bezeichnet. Die Isolierung dieses Virus, das sich in zirka 60 Prozent seiner Erbsubstanz vom HIV 1 unterscheidet, gelang bei Patienten aus Westafrika (Senegal, Gambia, Kapverdische Inseln, Guinea-Bissau), die an AIDS erkrankt waren. HIV-2-Antikörper sind mit den allgemein gebräuchlichen Testmethoden auf HIV 1 nicht nachzuweisen. In Europa tritt HIV 2 zurzeit noch selten auf.
  • Mit dem HI-Virus infizierte Personen sind zunächst einmal nur Virusträger, nicht jedoch an AIDS erkrankt. Das heißt, Infizierte können sich vollkommen gesund fühlen, brauchen auch keinerlei AIDS-Symptome aufzuweisen. Feststellbar ist lediglich der Kontakt mit dem HI-Virus. Als Virusträger können sie jedoch andere Personen mit dem Virus anstecken.
  • HIV-negativ ist eine Person (beziehungsweise eine Blutprobe), wenn eine HIV-Infektion mittels eines Tests nicht nachgewiesen wird.
  • Als HIV+ bezeichnet man eine Person (beziehungsweise eine Blutprobe), bei der Antikörper gegen das HIV nachgewiesen werden konnten, also ein Kontakt mit dem HIV stattgefunden hat. Andere Ausdrücke für HIV-positiv: anti-HIV-positiv, HIV-antikörperpositiv, sero-positiv, positiv. Ein HIV-positives Testergebnis bedarf immer eines Bestätigungstests nach einer anderen Testmethode als der des ersten Tests, da es zu falsch-positiven Ergebnissen kommen kann.
  • Reaktion des Immunsystems auf Antigene. Man unterscheidet die primäre Immunantwort (beim ersten Kontakt mit dem Antigen) von der sekundären Immunantwort (bei erneutem Antigenkontakt). Die sekundäre Immunantwort setzt schneller ein und ist stärker (siehe Booster-Effekt). Bei der Immunantwort können Antikörper oder auf das Antigen spezialisierte Abwehrzellen gebildet werden.
  • Unempfindlichkeit des Körpers gegen bestimmte Krankheitserreger, Antigene oder Gifte. Immunität ist entweder angeboren oder erworben durch Kontakt mit den Krankheitserregern oder durch Impfung.
  • Körpereigenes Abwehrsystem, das mittels spezieller Eiweißstoffe und Abwehrzellen vor Fremdstoffen oder -organismen schützt.
  • Zeitraum und Stärke der Immunität eines Organismus nach einer Schutzimpfung. Bei der passiven Immunisierung ist der Impfschutz meist auf wenige Wochen bis Monate begrenzt. Bei der aktiven Immunisierung ist der Impfschutz länger, oft lebenslang. Manche Impfungen schützen nicht vollständig gegen die Erkrankungen, man spricht dann vom teilweisen Impfschutz.
  • Eindringen von Mikroorganismen (etwa Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten) in den Körper.
  • Antiretrovirale Medikamente; sie blockieren das Enzym Integrase.
  • Erstmals 1872 vom österreichischen Dermatologen Moritz Kaposi beschrieben. Eine bösartige Form von Hautkrebs, rötlich-bläulicher Tumor, der von den Blutgefäßen ausgeht und vor allem an Haut und Schleimhaut, aber auch Lymphknoten und inneren Organen (Lunge, Darm) auftritt.
  • Behandlung mit mehr als einem (Basis-)Medikament.
  • Im medizinischen Sinne Personen, die engeren Kontakt mit einer an einer Infektion erkrankten Person haben. Kontaktpersonen tragen das Risiko, sich mit dieser Infektion anzustecken. Bei bestimmten Erkrankungen (zum Beispiel Tuberkulose) müssen Kontaktperson medizinisch beobachtet, gegebenenfalls geimpft oder sogar isoliert werden.
  • Impfstoff zur aktiven Immunisierung aus lebenden, aber abgeschwächten Mikroorganismen. Die Mikroorganismen werden durch Hitze oder chemische Stoffe in ihrer Funktion abgeschwächt, behalten aber die wichtigen Erkennungsmerkmale, gegen die das Immunsystem Antikörper bilden kann.
  • Ausbreitung einer Epidemie auf mehrere Länder oder Kontinente.
  • Verabreichung von Antikörpern gegen ein Antigen, die von einem anderen Organismus oder gentechnisch hergestellt wurden. Vorteil: Die Abwehrstoffe stehen sofort zur Verfügung und müssen nicht erst vom Körper gebildet werden. Nachteil: relativ kurze Wirkdauer.
  • Vorbeugung; vorbeugende Maßnahme.
  • Antiretrovirale Medikamente, die bei der HAART eingesetzt werden.
  • Durch Mutationen (Veränderungen in der Erbmasse) kann das HI-Virus den Aufbau seiner Eiweiße (Proteine) so verändern, dass die Funktion dieser Virus-Proteine durch Medikamente nicht mehr vollständig blockiert wird. Mutationen entstehen, wenn das Virus sich vermehrt. Das tut es sehr fehlerhaft und auf diese Art entstehen viele verschiedene Virustypen, unter denen auch resistente sein können.
  • Antiretrovirale Medikamente, die bei der HAART eingesetzt werden.
  • Erzeugung einer Immunität durch Gabe von lebenden, abgeschwächten oder toten Mikroorganismen oder von inaktivierten krankheitserregenden Giftstoffen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten.
  • Erkrankung vieler Menschen an der gleichen Infektionskrankheit. Formen sind die Epidemie, Endemie und Pandemie.
  • Ein Impfstoff, der chemisch so behandelt wurde, dass die Krankheitsauslöser weder die jeweilige Krankheit auslösen noch sich vermehren können.
  • Historisch die Bezeichnung für Kuhpockenimpfung, seit Pasteur (1881) die Bezeichnung für Schutzimpfungen.
  • Immunologisches Nachweisverfahren zur Bestimmung von Antikörpern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.03.2017
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  • Robert Koch Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte – HIV-Infektion/AIDS. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html
  • Deutsche AIDS Gesellschaft e.V.: Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion.
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