HIV und AIDS: Ernährungstipps für den Urlaub

„Peel it, cook it, boil it or forget it!“ – Diese altbewährte Devise sollten Sie strikt einhalten. Gerade Menschen mit einem angegriffenen Immunsystem müssen darauf achten, dem Körper über die Nahrung nicht noch zusätzliche Krankheitskeime zuzuführen.

Deshalb sollten Menschen mit HIV-Infektion auf Reisen einige Regeln einhalten:
  • Sämtliche Getränke nur aus verschlossenen Originalverpackungen verwenden, keine Eiswürfel benutzen. Auch zum Zähneputzen sollte nur gekauftes oder gut abgekochtes Wasser verwendet werden. Getränke aus abgekochtem Wasser wie Kaffee oder Tee bergen in der Regel kein Infektionsrisiko.
  • Keine frischen Salate – so lecker sie auch aussehen mögen. Sie stellen ebenfalls eine potenzielle Infektionsquelle dar. Besser ist gekochtes Gemüse, um den Vitaminbedarf zu decken. Früchte, die man schälen kann, sind unbedenklich.
  • Keine Speisen aus rohem Fleisch oder Fisch. Beides sollte gut durchgebraten sein.
  • Nachspeisen wie Tiramisu könnten unter anderem aus rohen Eiern bestehen. Diese können eine mögliche Infektionsquelle für Salmonellen sein und sollten deshalb nicht gegessen werden.

Die häufigste Infektion in Zusammenhang mit Ernährung auf Reisen ist Durchfall. Bei weniger starkem Durchfall ist es vor allem wichtig, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Hier können abgekochtes Wasser, Tee, Fleischbrühe oder Salzstangen helfen. Cola oder andere Softdrinks sind wegen des hohen Zuckergehalts nicht ideal – vor allem sollten keine Light-Produkte mit Süßstoff konsumiert werden, da diese zusätzlich abführend wirken.

Noch besser geeignet sind in der Apotheke erhältliche Glucose-Elektrolyt-Mischungen. Bei starkem Durchfall hilft ein Antibiotikum gegen die Erreger. Das muss allerdings von einem Arzt verschrieben werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.03.2017
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  • Robert Koch Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte – HIV-Infektion/AIDS. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html
  • Deutsche AIDS Gesellschaft e.V.: Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion.
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