HIV/AIDS: Ernährungsempfehlungen für HIV-Infizierte

HIV-Patienten sollten sich vollwertig, gesund und ausgewogen ernähren. Die HIV-Infektion zählt zu den so genannten konsumierenden Erkrankungen, das heißt, es kommt zur Anreicherung von Fett und Wasser bei gleichzeitiger Abnahme der Körperzellmasse.

Um eine ausgewogene Mischung von Proteinen, Fetten, Kohlehydraten, Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und Wasser zu erreichen, empfiehlt sich eine ausgewogene Mischkost.

Teilt man die wichtigsten Nahrungsmittel in sieben Gruppen auf, so sollten Sie aus jeder Gruppe täglich ein Nahrungsmittel verzehren – mit einer gewissen Variation innerhalb der Gruppen. Die Lebensmittel sollten immer frisch sein, kurz gegart, aber nicht roh verzehrt werden:
  • Gruppe 1: Milch und Milchprodukte
    liefern tierisches Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Calcium sowie die Vitamine A und B12.
  • Gruppe 2: Fleisch, Wurst, Innereien, Fisch und Eier
    liefern tierisches Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, die Vitamine A, D, B1, B12, außerdem Folsäure und Jod.
  • Gruppe 3: Brot, Reis Getreide, Nudeln und Kartoffeln
    liefern Kohlenhydrate, pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe, Eisen, Magnesium, Kalium, die Vitamine B1 und C sowie Folsäure.
  • Gruppe 4: Gemüse und Salate
    liefern die Vitamine A und C, Folsäure, Magnesium, Kalium und Ballaststoffe.
  • Gruppe 5: Obst
    liefert Vitamine, Kalium und Ballaststoffe.
  • Gruppe 6: Fette, also Butter, Margarine und Öle
    liefern Fettsäuren und die fettlöslichen Vitamine A, D, E, und K.
  • Gruppe 7: Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser
    wird als Lösungs- und Transportmittel gebraucht (mindestens zwei Liter pro Tag).
Persönliches Wohlbefinden und gesunde Ernährung gehören stets zusammen. Bei vielen HIV-Patienten kommt es im Laufe der Zeit zu einem starken Gewichtsverlust. Dem sollte unbedingt mit Vitaminsubstitution, hochkalorischer Nahrung (zum Beispiel Sahne statt Milch) und eventuell oraler Zusatznahrung vorgebeugt werden. Das Meiden bestimmter Nahrungsmittel kann hingegen bestimmte Infektionen sowie Durchfälle verhindern. Außerdem muss die Ernährung in gewisser Weise auf die antiretrovirale Therapie abgestimmt werden. Bestimmte Vitalstoffe können zu einer Stimulierung des Immunsystems führen, was zu einer direkten Verbesserung der Abwehrlage beiträgt.

Stichwort Genussmittel

Hier gilt: "alles in Maßen". Genussmittel wie Alkohol und Nikotin haben sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bei mäßigem Genuss nicht direkt negativ auf die HIV-Infektion ausgewirkt. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht generell gesundheitsschädlich sind.
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag 2004
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag 2000
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage 2003
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel 2002
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste
Apotheke

Finden Sie hier Ihre Apotheke in Ihrer Nähe:

PLZ/Ort
Zertifizierung
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)