Non-Hodgkin-Lymphome bei HIV und AIDS

Bei Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) handelt es sich um bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Das lymphatische System ist ein Netzwerk von Gefäßen und Kanälen, die eine zellarme Flüssigkeit, die Lymphe, transportieren.

Dazu gehören auch noch lymphatische Organe wie Lymphknoten, Tonsillen, Milz und Thymus. Das lymphatische System ist neben dem Knochenmark eine wichtige Grundlage für ein funktionierendes Immunsystem.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass krankhafte Veränderungen im Erbgut (Chromosomen) der Auslöser für Non-Hodgkin-Lymphome sind. Die Wahrscheinlichkeit, diese Erkrankung zu bekommen, steigt mit dem Alter an. HIV-Infizierte haben ein 60-fach erhöhtes Risiko.

Symptome der Non-Hodgkin-Lymphome

Symptome sind zunächst schmerzlose Lymphknotenvergrößerungen. Im Verlauf der Krankheit können Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Sodbrennen sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit auftreten. In seltenen Fällen kommen Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsabnahme hinzu.

Bei HIV-Infizierten unterscheidet man zwischen drei Formen:
  • Systemische (periphere) NHL: Hier sind hauptsächlich der Magen-Darm-Trakt, die Leber und die Lunge betroffen.
  • Primary-Effusion-Lymphome: Sie finden sich hauptsächlich im Brustzwischenraum (Pleura) und Herzbeutel (Perikard).
  • Primäre Lymphome des Zentralnervensystems: Sie kommen fast nur bei fortgeschrittener Immunschwäche vor. Der Patient leidet unter Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen.
Non-Hodgkin-Lymphome werden bei HIV-Patienten im Rahmen der antiretroviralen HIV-Therapie oft zusätzlich mit Chemotherapie und Interferonen behandelt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.03.2017
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  • Robert Koch Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte – HIV-Infektion/AIDS. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html
  • Deutsche AIDS Gesellschaft e.V.: Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion.
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung