Gürtelrose (Herpes zoster) bei HIV und AIDS

Eine Gürtelrose ist immer unangenehm und schmerzhaft. Bei Menschen mit HIV-Infektion und einem infolge der Infektion geschwächten Immunsystem kann der Herpes zoster jedoch zu schweren Komplikationen führen. Die Gürtelrose muss schnell behandelt werden.

Die Gürtelrose (Herpes zoster) wird, wie die Windpocken, durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Bei der ersten Ansteckung entstehen Windpocken. Die Viren verbleiben im Körper und können bei einer schlechten Abwehrlage wieder aktiviert werden, es entwickelt sich eine Gürtelrose.

Charakteristisch sind juckende, schmerzhafte Bläschen, die sich anfangs meist nur auf einer Körperhälfte auf eng umgrenzter Hautfläche bilden. Die Schmerzen können auch noch lange nach dem Abklingen der Hauterscheinungen bestehen bleiben. Man spricht dann von einer postzosterischen Neuralgie, das heißt Nervenschmerzen nach der Virusinfektion.

Gürtelrose bei HIV-infizierten Menschen

Bei Immundefekten wie HIV kann sich die Infektion auf den gesamten Organismus ausbreiten, bis hin zu einer Lungenentzündung. Eine Gürtelrose im Gesicht kann schwere Folgen haben, wenn das Virus auf Augen, Ohren oder Hirnhäute übergreift. Deshalb sollte schnell eine antivirale Therapie begonnen werden, um einen schlimmen Krankheitsverlauf eindämmen zu können.

Bei schweren Verläufen und besonders bei einer Gürtelrose im Gesicht sollte die Behandlung im Krankenhaus erfolgen. Zum Einsatz kommen Salben und antivirale Medikamente auch als Infusionen – zum Beispiel Aciclovir, Valaciclovir, Famaciclovir oder Brivudin. Wichtig ist auch eine wirksame Schmerztherapie, da es im Verlauf der Erkrankung zu starken Schmerzen kommen kann. Eine Gürtelrose bei bestehender HIV-Infektion zählt nicht zu den AIDS-definierenden Erkrankungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.03.2017
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
  • Robert Koch Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte – HIV-Infektion/AIDS. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html
  • Deutsche AIDS Gesellschaft e.V.: Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-Infektion.
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