HIV/AIDS: das HI-Virus

Das HI-Virus gehört zur Familie der Retroviren. Es ist von der Gestalt her ein kugelförmiges Virus mit etwa hundert Nanometern Durchmesser.

HIV Grafik: HI-Virus © vitapublic GmbHHI-Virus
Zur Vermehrung benötigt das Virus Körperzellen, die den sogenannten CD4-Rezeptor auf der Oberfläche tragen. Das sind im menschlichen Körper vor allem die CD4-T-Lymphozyten (auch T4-Zellen, T-Helfer-Zellen genannt). Das Virus ist mittels eines speziellen Enzyms, der reversen Transkriptase, in der Lage, die menschliche Wirtszelle zur Produktion von Virus-Erbgut anzuregen. Die vom Virus befallenen Zellen produzieren auf diese Art neue Viren und machen so eine Bekämpfung der Infektion sehr schwierig. In der Behandlung kommen verschiedene Therapien zum Einsatz, die eine Vermehrung des HI-Virus verhindern sollen.

Man kennt heute zwei verschiedene Virustypen: HIV 1 und HIV 2, wobei vom ersteren eine höhere Ansteckungsgefahr ausgeht. HIV 1 kommt vor allem in ganz Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien vor. HIV 2 ist weltweit verbreitet.

Woher stammt das HI-Virus?

Das heutige HI-Virus ist eng mit Viren verwandt, die AIDS-ähnliche Symptome in Menschenaffen auslösen. Nach zahlreichen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen soll die erste Übertragung Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts geschehen sein. Ein in Schimpansen existierendes Virus, das fast identisch mit dem menschlichen HI-Virus ist und heute SIV genannt wird, soll durch den Verzehr von Schimpansenfleisch auf den Menschen übertragen worden sein.

Allerdings wurde das heutige HI-Virus erst 1983 von französischen Wissenschaftlern um Luc Montagnier am Pariser Institut Pasteur als Auslöser von AIDS entdeckt. Der Amerikaner Robert Gallo von den Nationalen Gesundheitsinstituten (NIH) der USA behauptet jedoch diese Entdeckung für sich. Selbst der Namensgebung für das Virus im Jahr 1984 waren monatelange Auseinandersetzungen vorausgegangen. Schließlich einigte man sich auf HIV als Abkürzung für „Humanes Immundefizienz-Virus“.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.04.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: N. Suttorp, M. Mielke, W. Kiehl, B. Stück (Hrsg.): Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln, Thieme-Verlag 2004
  • NH. Brockmeyer et al.: HIV-Infekt, Epidemiologie, Prävention, Pathogenese, Diagnostik, Therapie, Psychsoziologie. Springer Verlag 2000
  • Priv.-Doz. Dr. J. Rockstroh und Prof. Dr. U. Spengler (Hrsg.): Opportunistische Infektionen und Tumore im Verlauf der HIV-Infektion, Medizinische Universitätsklinik I der Universität Bonn, UNI-MED Science, 2., neu bearb. Auflage 2003
  • K. Arasteh, R. Weiß: Buch gegen die Panik - Leben mit der HIV-Infektion, Verlag Rosa Winkel 2002
  • Robert-Koch-Institut : Infektionskrankheiten A-Z
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